| Chrysantheme: | (lacht) Ich glaube, immer wenn man etwas zu Akazie sagt, nimmt sie prinzipiell die Gegenposition ein. |
| Akazie: | Klar, macht ihr das nie? Das ist doch so viel interessanter. |
| Bougainville: | Recht hast du! Eine Diskussion lebt schließlich von der Meinungsverschiedenheit. |
| Akazie: | Stell dir nur ein Gespräch vor, in dem alle einer Meinung sind! |
| Bougainville: | Da würde in der Tat keines zustande kommen. |
| Akazie: | Das sähe dann wohl so aus: "Ich denke dies und das." - "Ich bin ganz deiner Meinung." - "..." - betretenes Schweigen (lacht) |
| Bougainville: | (lacht) Genau. |
| Akazie: | ... |
| (betretenes Schweigen) |
So ganz ohne Anschauung
kommen auch Mathematiker nicht aus: Zwar kann man
wunderschön Sätze formulieren und Beweise führen,
ohne darin auch nur einmal ein "Beispiel" oder eben
eine "Anschaunung" anzuführen, aber zum Verständnis
dieser abstrakten Sätze und Beweise behilft sich doch
am Ende jeder Mathematiker ab und an mit dem ein oder
anderen anschaulichen Beispiel.
Und das ist auch der Grund, warum Mathematiker so gerne
eine Tafel oder doch zumindest etwas zum Zeichnen zur
Hand haben, wenn sie etwas erklären. So eine Skizze,
ein Graph oder ein Diagramm ist schließlich doch
ziemlich nützlich fürs Verständnis.
Als ich aber gestern mit einem Kommilitonen über ein mathematisches Thema chattete, vermisste ich die Möglichkeit, ihm etwas vorzuzeichnen. Die sterilen Worte, auf die man beim Live-Chat meistens angewiesen ist, reichten nicht aus. Audio- und Video-Chat wären auch nicht genau das gewesen, wonach wir suchten. Wir wollten uns schließlich nicht nur gegenseitig etwas vorführen, sondern wir wollten die Möglichkeit haben, jeweils in den Skizzen des anderen herumzumalen und so die eigenen Gedanken dort einzufügen.
Zu diesem Problem befragt spuckte Google
günstigerweise sofort den passenden Wikipedia-Artikel
aus: Was wir suchten, nannte sich "Paint Chat" [1]. Und
tatsächlich stehen auf der Wikipedia-Seite einige
Beispiele für Software, die in diese Kategorie
einzuordnen ist.
Viele Angebote dieser Art gehören zu großen
Künstler-Community-Webseiten. Den Künstlern ist es so
möglich, in Echtzeit gemeinsam an digitalen
Kunstwerken zu arbeiten, auch wenn sie auf
entgegengesetzten Seiten des Globus' sitzen.
Wir wollten uns zu unserem Zweck natürlich nicht extra in einer Künstler-Community anmelden. Die beste Alternative schien da der Webdienst Twiddla zu sein [2]. Der Name dieser Webseite leitet sich vom englischen "to twiddle" (mit etwas herumspielen, an etwas herumfummeln) ab. Ursprünglich sollte die Seite wohl "twiddle" heißen. Die zugehörige Domain war aber schon vergeben, woraufhin man entschied, den letzten Buchstaben durch einen solchen Vokal zu ersetzen, dass die Domain noch frei ist. "a" war der erste Vokal, den man ausprobierte, und da "twiddla.com" noch frei war, taufte man das neue Projekt kurzer Hand "Twiddla" [3].
Ganz unproblematisch ohne Anmeldung lässt sich auf der
Startseite von Twiddla mit einem Klick auf den grünen
"Go"-Knopf eine neue Sitzung starten. Als Starter der
Sitzung erhält man einen Link, mit dem man andere
Leute zu dieser Sitzung einladen kann. Alle Teilnehmer
der Sitzung können sich Namen geben und frei die
verfügbaren Zeichen-, Mal- und Text-Werkzeuge der
Software auf den anfangs weißen Arbeitsbereich
anwenden.
Das aktuelle Ergebnis der Sitzung kann jederzeit als
Grafikdatei abgespeichert werden. Aber wenn alle
Teilnehmer die Sitzung verlassen, werden die Daten der
Sitzung nach kurzer Zeit gelöscht und es ist dann
nicht mehr möglich, die Sitzung zu einem späteren
Zeitpunkt wieder dort fortzusetzen, wo man sie beendet
hat.
Twiddla ist generell kostenlos - es bedarf nicht einmal einer Anmeldung. Die Webseite finanziert sich offenbar alleine über die Möglichkeit, Premium-Accounts zu erstellen [4]. Wer einen solchen Premium-Account besitzt, profitiert von der Möglichkeit, beendete Sitzungen zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufzunehmen. Dazu gesellen sich weitere nützliche Features, die auf der Webseite von Twiddla eingesehen werden können.
Meine Erfahrungen Twiddla bisher waren sehr positiv. Man kann in einer Sitzung nicht nur zusammen Malen und Zeichnen, sondern sogar Dateien hochladen bzw. austauschen und gemeinsam Texte und bereits vorhandene Bilddateien bearbeiten. An einer Sitzung können bis zu 200 Leute teilnehmen, sodass sogar Vorlesungen oder Ähnliches vorstellbar wären. Außerdem macht die Benutzung dieses Paint Chats einfach riesigen Spaß. Sich unterhalten kann eine schöne Sache sein, aber wenn man dabei noch lustige oder nützliche Zeichnungen austauschen kann, wird man den Nutzen von und den Spaß an der Unterhaltung garantiert maximieren.
05.12.2010 13:56 - Tags: Mathematik Internet alltägliches Multimedia Kunst
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Inzwischen ist das neue
Jahr schon rund um den Globus angebrochen. Gefeiert
wurde natürlich wieder wie immer ausgiebig und
geradezu überall.
Für dieses neue Jahr gibt es auch schon die ersten
Bilanzen. Wen wundert das, bei der modernen
Faktensammlerei? Ich bin jetzt zum Beispiel schon das
ganze Jahr lang krank, habe aber trotzdem
durchschnittlich jeden Tag einen Artikel für tovotu
geschrieben.
Weitaus interessanter sind an Silvester und am
Neujahrstag natürlich aber die Bilanzen über das alte
Jahr. Mir fällt da momentan eigentlich nichts
besonders Spannendes ein, das nicht sowieso schon zu
genüge durch die Medien gegangen wäre.
Hoffen wir einfach mal auf ein glückliches, erfolg-
und ertragreiches kommendes Jahr mit vielen tollen
Artikeln und mindestens genauso vielen zuverlässigen
und treuen Lesern wie im vergangenen Jahr!
Außerdem hoffe ich mal, dass ich möglichst bald von
meiner lästigen Grippeinfektion loskomme, damit ich
wenigstens noch von den Restferien etwas habe, wenn ich
schon die Jahreswende verpennen musste. An dieser
Stelle nochmal schöne Grüße an alle, die aus welchen
Gründen auch immer nicht ins neue Jahr feiern
durften!
Die so schön
verbrachten Weihnachtsferien scheinen nun schon ewig
her. Trotzdem habe ich mich noch nicht so richtig auf
Schule eingestellt. Da war natürlich zum Einen das
zweiwöchige Betriebspraktikum. Zum Anderen ließ auch
der Ereignisreiche Abgang der Faschingszeit mit
Rosenmontag und Faschingsdienstag (Wandertag) nicht so
recht den Schulalltag einkehren. Bereits eine Woche
danach folgte das Matheseminar in Darmstadt [1] und in
der selben Woche gab es noch einige Stundenausfälle in
der Schule.
Seit drei Tagen ist aber endgültig wieder die Schule
mit unbarmherziger Kontinuität in meinen Alltag
eingetreten: früh Aufstehen, Tests, Hausaufgaben.
Gleichzeitig beschäftigen mich aber noch einige andere
Fragen und eine der dringensten ist die nach einem
Ferienjob für die diesjährigen Sommerferien. Während
dieser sechs Wochen nämlich habe ich nicht geplant,
Fulda für längere Zeit zu verlassen. Stattdessen will
ich die Zeit nutzen und ein wenig Geld verdienen.
Meine erste Idee, die Gummiwerke Fulda, fiel ins
Wasser: Man nimmt dort keine Minderjährigen! Bei Jumo
sind die Chancen sehr gering, eine Stelle zu bekommen,
wenn man keine "Beziehungen" hat - und die habe ich
nicht.
Ich halte also immernoch Ausschau nach einer
Beschäftigung, habe zwar noch einige Möglichkeit im
Hinterkopf, bin aber trotzdem für jeden Vorschlag
dankbar!
Während jener verflixte Alltag mit all seinen Terminen
sich meine Zeit raubt, scheint mein Körper dem nicht
gewachsen zu sein. Zu einer sich anbahnenden Erkältung
gesellte sich heute passend ein ungemütlich nasses und
kaltes Klima, dass sogar den Blick aus dem Fenster zu
versalzen vermag.
Unter diesen Umständen bleibe ich viel im warmen Heim
- soweit es mir mein voller Terminkalender gestattet -
und verbringe meine Zeit mit Klavier spielen und Lesen:
Nachdem ich die Lektüre des überaus hervorragenden
Werkes "David Copperfield" des britisch-amerikanischen
Autoren Charles Dickens am Samstag abgeschlossen habe,
beschäftige ich mich nun mit der heute erschienenen
Technology Review und dem Klassiker von Leo Tolstoi -
"Krieg und Frieden".
[1] tovotu.de/archiv/2008/02...itungsseminar-in-Darmstadt
Nach vier Tagen muss ich
langsam eingestehen, dass es mit der gemütlichen
Ferienzeit zu Ende ist: Seit Montag muss ich jeden
morgen um 6.45 Uhr aufstehen und nachmittags liegen die
gewöhnlichen Termine wie Klavier-Unterricht und
Schwimmtraining an.
Eine Sache ist am Alltag allerdings neu: Statt Schule
absolviere ich zwei Wochen lang ein Betriebspraktikum
bei der EDAG. So muss ich jeden Morgen zwischen 8 und 9
Uhr am Arbeitsplatz erscheinen und darf nach getaner
Arbeit zwischen 15 und 16 Uhr nachmittags wieder
verschwinden.
Ich arbeite in einer Abteilung für Konstruktion. Hier
sitzen die Mitarbeiter fast nur am Computer und auch
die Aufgaben, die man mir anvertraut, drehen sich um
Excel-Tabellen und PowerPoint-Präsentationen. Die
sieben Stunden Arbeit fallen so eher anstrengend und
langwierig aus, doch immerhin bekomme ich aus nächstes
Nähe mit, wie ein Job als Konstrukteur in etwa
aussehen kann.
Meiner Praktikumsbetreuerin erzählte ich ähnliches,
als sie mich heute ganz unverhofft mitten in der Arbeit
besuchte und mir unter anderem eröffnete, dass mir
noch drei Wochen für den Bericht bleiben.
Gestern bekam ich einen Brief von meiner Gemeinde. Man schrieb mir in rechtfertigendem - geradezu trotzigen - Ton, dass ich von Beginn meines 19. Lebensjahres an von der Bundeswehr eingezogen werden könnte und zu diesem Zwecke meine persönlichen Daten schon ab meinem 17. Geburtstag zur Erfassung an das Kreiswehrersatzamt gesendet werden könnten. Ich solle entsprechend die angefügten Angaben auf ihre Richtigkeit überprüfen und gegebenenfalls korrigieren - Zu Befehl, Herr "Dieses Schreiben wurde maschinell erstellt und bedarf deshalb keiner Unterschrift"!
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