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Schlagwort "Multimedia"

Musikalische Begleitung beim Schwimmen: Speedo Aquabeat 1GB

Schwimmen zählt schon seit vielen Jahren zu meinen Hobbys und ist die einzige Sportart, die ich je über einen längeren Zeitraum regelmäßig betrieben habe. Daran wird sich auch in absehbarer Zeit nichts ändern: Schwimmen ist gesund und erfrischend. Lediglich ein Schwimmbad ist nicht überall und jederzeit zur Hand und man wird nicht leugnen können, dass man nicht immer in der Stimmung ist, bis zu zwei Stunden alleine seine eintönigen Bahnen zu ziehen. Für die Motivation gelangweilter Schwimmer führt Speedo, der australische Hersteller für Schwimmartikel aller Art, seit einiger Zeit einen wasserdichten MP3-Player, den "Speedo Aquabeat".

Nachdem ich schon seit über einem Jahr immer mal wieder nach diesen Geräten geschielt hatte, kaufte ich mir in einer Spontanaktion vor wenigen Wochen den Aquabeat mit 1GB Speicher [1]. Bei identischer Ausstattung hatte ich die Wahl zwischen grün, pink und schwarz. Wer mit einem MP3-Player schwimmt, wird den ein oder anderen neugierigen Blick nicht verhindern können. Diesem Umstand wollte ich nicht auch noch mit knalligen Signalfarben zuträglich sein und entschied mich für das dezente Schwarz.

Das kleine Gerät macht einen äußerst robusten Eindruck. Dabei ist es sehr leicht, kann aber mit einer gummierten, widerstandsfähigen Oberfläche überzeugen. Das Problem eines störenden Ohrhörerkabels hat man intelligent gelöst: Wie das Kabel an klassischen Telefonhörern ist das Kabel verdrillt und dadurch zugleich platzsparend und bei Bedarf ausreichend dehnbar. Die Erfahrung des Youtube-Nutzers [2], dem die Gummiaufsätze der Ohrhörer im Gehörkanal stecken blieben, teile ich nicht. Bei Bedarf lassen sich die Gummiaufsätze tatsächlich ohne Mühe entfernen (und gegen die mitgelieferten in drei unterschiedlichen Größen austauschen). Die Gefahr, dass sich diese im Ohr lösen, halte ich dennoch für gering.

Die wenigen Tasten erlauben nicht die Organisation größerer Musiksammlungen. In der Regel hat man im Wasser sowieso Besseres zu tun und beschränkt sich hauptsächlich auf die Lautstärkeregelung, was dank der haptischen Tastenoberfläche auch wunderbar blind funktioniert, wenn der Aquabeat an der Schwimmbrille am Hinterkopf befestigt ist. Die Musiktitel werden über das mitgelieferte USB-Kabel vom Computer übertragen, auf dem sich der Aquabeat (auch unter Linux, getestet mit Fedora 15 und 16) als herkömmlicher Massenspeicher zu erkennen gibt. Die Titel werden anschließend in der Reihenfolge abgespielt, in der man sie rübergeladen hat. Diese Reihenfolge lässt sich nachträglich mit der mitgelieferten Software verändern. Alternativ kann man die Software verwenden, die ich in meinem Artikel zu diesem Thema empfohlen habe [3].

Wie man den Aquabeat an einer Schwimmbrille befestigt und die Ohrhörer anzieht, beschreibt eine YouTube-Nutzerin recht ausführlich [4]. Dem ist allerdings hinzuzufügen, dass die Ohrbügel nicht jedermanns Sache sind. Ich habe sie kurzer Hand entfernt. Wie das dann aussieht, kann man auf meinem zugehörigen Fotoalbum auf Picasaweb beäugen [5].

Hat man sich erstmal bewusst je nach Größe der Ohren für oder gegen die Ohrbügel entschieden, ist der Tragekomfort erstaunlich gut. Eigene Erfahrungen konnte ich zwar nur mit Badekappe machen, weil in dem Schwimmbad, in dem ich trainiere, Badekappenpflicht besteht. Ich habe aber ohnehin das Gefühl, dass die Badekappe den Sitz der Ohrhörer sogar verbessert und effektiv dazu beiträgt, dass kein Wasser in den Gehörgang gerät. Nach spätestens 45 Minuten wird es in der Regel trotzdem vorkommen, dass ein Ohrhörer verrutscht und neu eingesetzt werden muss - ein kaum störender Umstand. Lästiger ist die Tatsache, dass die Ohrhörer, die recht tief im Gehörgang stecken, ziemlich zu drücken beginnen, nachdem man 40-50 Minuten mit ihnen geschwommen ist.

Obwohl Speedo seine Aquabeat-Reihe in Zusammenarbeit mit iRiver, dem Spezialisten für portable Musikspieler, entworfen hat, sollte man von der Tonqualität keine Wunder erwarten. Zum einen stellt das Verschließen gegen eindringendes Wasser begreiflicherweise eine Einschränkung für die Technik der Kopfhörer dar. Zum anderen ist ja ständig das je nach Schwimmart mehr oder weniger dezente Rauschen des Wassers zu hören. Von satten Bässen kann man unter diesen Umständen nur Träumen. Wem Musik so keinen Spaß macht, kann immer noch dem ein oder anderen Hörbuch/Hörspiel lauschen: Eine Folge der "Drei Fragezeichen" beispielsweise passt wunderbar in eine ausgewogene Trainingseinheit.

Für ein paar Euro mehr bekommt man das Nachfolgemodell mit Namen "Speedo LZR Racer Aquabeat", das mit einem leicht überholten Design, neuen Kopfhörern und 2GB Speicher auftrumpft. [6] Der Aufpreis ist zwar nur gering, aber es steht in Frage, ob man wirklich 2GB Speicher braucht, wenn man seine Titel sowieso ohne Display verwalten muss, von besonders hoher Aufnahmequalität wenig profitiert und in der Regel nicht länger als zwei Stunden am Stück hört. Das Design ist Geschmacksache. Bleiben die Ohrhörer: Hier scheint das Kabel in die Ohrbügel integriert worden zu sein. Diese Kabelführung könnte Kabelbrüche zwar effektiv verhindern. Ob die Ohrbügel aber unter diesen Umständen noch abnehmbar sind, ist fraglich.

Ein Hinweis darauf, dass das überarbeitete Kopfhörer-Design des 2GB-Modells sich nicht bewähren konnte, ist, dass es inzwischen den "Aquabeat 2.0" gibt, der wieder mit den alten Kopfhörern ausgestattet wurde. Er versucht mit einem rundum erneuerten Design, 4GB Speicher und einem Display zu überzeugen und bewegt sich preislich noch moderate 20-30 Prozent über seinen Vorgängern.

Doch es gibt auch Alternativen zu Speedo. Deutlich günstigere wasserdichte Musikspieler kommen aus dem weitgehend unbekannten Hause Lavod [7]. Modelle mit Nackenbügel findet man auch, wenn man die Suche auf den internationalen Markt ausweitet. Für Schwimmer, die bereits einen herkömmlichen Musikspieler besitzen, werden auf waterproofmusic.com [8] passende wasserdichte Hüllen und Ohrhörer vertrieben. Und zuletzt gibt es das bemerkenswerte Konzept des etwas teureren "Finis SwiMP3" [9], bei dem der Ton nicht über herkömmliche Ohrhörer ans Trommelfell gelangt. Stattdessen werden die Schallwellen direkt über die Knochen geleitet (so genannter Knochenschall).

Mancheiner mag einen Musikspieler beim Schwimmen als Spielerei bezeichnen und das wird man nur schwerlich bestreiten können. Doch Potenzial, die Motivation für regelmäßiges Schwimmtraining zu erhöhen, hat so ein Spielzeug allemal. Eine gewisse Skepsis gegen dieses Gerät ist allerdings gesund: Ein Schwimmtraining ohne Trainer und Begleitung hat schließlich immer auch etwas Meditatives, das ein Stück weit zwar von der richtigen Musik unterstützt werden kann, in der Regel aber nicht unerheblichen Schaden nimmt. Das einsame Bahnenziehen bietet eine in der heutigen Zeit seltene Gelegenheit, mental zur Ruhe zu kommen, zu sich selbst zu finden. Auch wenn der wasserdichte MP3-Player also eine tolle Unterhaltung bietet, sollte man ihn vielleicht dennoch von Zeit zu Zeit auch mal am Beckenrand liegen lassen.

Übersicht alternativer Desktop-Betriebssysteme

Zum Betrieb eines Notebooks oder eines Desktop-PCs sind nicht nur Windows und Mac geeignet. Mindestens die Linux-Distributionen Ubuntu, Fedora und OpenSuse haben sich längst selbst bei Computerlegasthenikern bewährt.
Seit einiger Zeit sprießen förmlich Open-Source-Betriebssysteme aus dem Boden, die auf ansprechenderes Design und verbesserte Benutzbarkeit abzielen. Einige davon sind für die Benutzung auf Netbooks abgestimmt, andere versuchen, das letzte aus der neuesten Hardware herauszuholen oder umgekehrt alte Kisten wieder zu nützlichen Helfern in neuem Glanze zu machen. Anlässlich der Anschaffung eines gebrauchten acht Jahre alten "IBM Thinkpad X31" habe ich einige dieser modernen Betriebssysteme ausprobiert und will hiermit gerne meine Leser an den Erfahrungen teilhaben lassen.

Von einigen großen Distributionen existieren spezielle Derivate, Spins und Flavours, die sich oft nur in der vorinstallierten Software sowie der grafischen Oberfläche von ihren großen Vorbildern unterscheiden. Mit Fedoras Design-Suite [1] erhält man auch tatsächlich nur ein gewöhnliches Fedora mit jeder Menge vorinstallierter Software zum Kreativsein.
Dagegen zeigt Ubuntu Studio [2], das unter der Schirmherrschaft Canonicals steht, mehr Unterschiede zu Ubuntu auf. Hier wendet man sich sogar v
Beide Betriebssysteme sind zwar noch im Entwicklungsstadium. Es wird sich aber bestimmt lohnen, ein Auge auf die bald erscheinenden Finalversionen zu werfen.on der Standardoberfläche ab [3] und versucht eine ganz eigene Marke neu zu etablieren. Dabei erscheint Ubuntu Studio regelmäßig parallel zum normalen Ubuntu und machte bei meinen Tests eine wirklich überzeugende Figur [4].

Ein interessantes Derivat ist auch Fuduntu [5], dessen Name von dem Versuch herrührt, in äußerlichen Gesichtspunkten eine Mischung aus Fedora und Ubuntu darzustellen - es sieht damit mal wieder stark wie ein MacOS-Klon aus. Technisch ist Fuduntu ein leicht verändertes Fedora 14 und soll mit jeder geraden Fedoraversion neu erscheinen. Im Vordergrund steht bei Fuduntu die Verwendung mit Netbooks und Laptops, insbesondere geht es um Ressourcen und Akku schonende Maßnahmen und ein ansprechendes Design. Letzteres war für meinen Geschmack allerdings etwas zu trüb - die vielen Grau- und Silbertöne wurden durch die wenigen blassen Farben nicht hinreichend kontrastiert.

Von den zwei großen Red-Hat-Derivaten CentOS und Scientific Linux [6] testete ich nur letzteres in der inzwischen überholten Version 5.6. Obwohl es optisch einen schlanken Eindruck machte und mit einem bunten Retrodesign überzeugen konnte, war ich zuletzt unzufrieden: Der Bootvorgang dauert viel zu lange und aus nicht einsichtlichen Gründen ruckelte es bei gewöhnlichen Surf-Aktivitäten mehr als jedes andere Betriebssystem in der Testreihe.

Die vielleicht vielversprechendsten Betriebssysteme in der Testreihe waren Joli OS und elementary OS. Während Joli OS [7], eine proprietäre Linux-Distribution mit Cloud-Funktionen und einem Schwerpunkt auf Social Networking, offensichtlich einen ähnlichen Ansatz wie Googles Chrome OS verfolgt, zeigen sich die Stärken von elementary OS [8] in der wunderschönen Desktopumgebung (offenbar ein MacOS-Klon) und der minimalistisch gehaltenen Software, die sich nahtlos in die Optik des Systems einfügt. Beide Betriebssysteme sind zwar noch im Entwicklungsstadium. Es wird sich aber bestimmt lohnen, ein Auge auf die bald erscheinenden Finalversionen zu werfen.

Das zunächst ansprechende Ubuntu-Derivat Easypeasy [9] schied schnell aus, da es insgesamt einen eingefrorenen Eindruck macht: Das Design ist weniger aufregend, als man auf den ersten Blick denkt. Und Software (basierend auf Ubuntu 10.04) sowie Community werden nicht mehr nennenswert weiterentwickelt. Ein ähnliches Schicksal musste das schlanke xPUD [10] erleiden: Die neueste Version erschien Anfang 2010, im offiziellen Forum tut sich nicht mehr viel und das alles, obwohl die Software zahlreiche größere Bugs und Inkompatibilitäten aufweist.

Zuletzt bleiben einige vielversprechende Betriebssysteme ungetestet. CentOS 6 [11], Scientific Linux 6.1 [12] und Meego [13] konnten sich nicht mit dem alten Thinkpad anfreunden: Ihre Linux-Kernel sind nur auf moderneren Prozessoren mit der so genannten "Physical Address Extension" (PAE) lauffähig. Dieses Problem war nicht ohne unvernünftigen Mehraufwand zu beheben.
DragonFly BSD [14], NetBSD [15] und OpenBSD [16] ließen sich nicht ohne Weiteres von einem USB-Stick und ohne Internetzugang installieren. OpenIndiana [17] und Haiku [18] haben zwar ansprechende grafische Oberfläche, befinden sich aber noch in einer sehr frühen Entwicklungsphase, sodass ich sie wegen mangelnder Hardwareunterstützung erstmal ausgelassen habe.

Wacom Bamboo: Das macht «Fun», allerdings auch ohne «Touch»

Das Dilemma, dass der Computer zwar als Medium für die Speicherung und den Austausch von Informationen höchst beliebt ist, sich für den Endanwender aber doch leider in der Regel im geschriebenen (Email, Chat) oder bestenfalls im gesprochenen (Skype, VoIP) Wort erschöpft, war schon einmal Thema auf tovotu [1]. Twiddla bot beste Voraussetzungen, mal eben eine Zeichnung oder Skizze für den Gesprächspartner anzufertigen und kreative sowie konstruktive Zusammenarbeit daran zu vollführen. Es war aber schon damals klar, dass die Mausbedienung einem zeichen- und malfreudigen Computerbenutzer bald auf die Nerven gehen würde.

Für eine kurze Skizze, Zeichnung oder ein paar mathematische Symbole, die über Tastatur und Maus nur schwerlich eingegeben werden können, ist ein Stift zweifellos bei den meisten Menschen das bevorzugte Eingabegerät. Damit der Computer dann als Speicher- und Kommunikationsmedium für die mit dem Stift verfassten Ideen dienen kann, bedarf es einer geeigneten Schnittstelle. Und die bieten so genannte Grafiktabletts. Einiger Bekanntheit und Beliebtheit in allen Anwenderschichten erfreut sich in diesem Milieu der japanische Hersteller Wacom.

Mit dem Ziel, mich selbst von der Nützlichkeit und Funktionstüchtigkeit eines solchen Geräts zu überzeugen, bestellte ich kurzer Hand eines im Internet. Um meine finanziellen Mittel nicht zu überstrapazieren, investierte ich in ein Wacom Bamboo Fun Small [2].

Der wertige Eindruck von Tablett und Stift, den die Produktfotos vermitteln, geht etwas verloren, wenn man das Gerät einmal in Händen hält: In dieser doch recht niedrigen Preisklasse wird Plastik verwendet, das mindestens den Stift etwas klapprig wirken lässt. Meiner Meinung nach steht dem Material die silbergraue Aufmachung auch nicht besonders gut, die man sich besser für Geräte aus Metall hätte aufheben sollen.

Die wirklich ansprechende Verpackung gleicht diesen Eindruck aber etwas aus. Und sobald man das Wacom Bamboo Fun in Betrieb nimmt, vergisst man ganz schnell die oberflächlichen Schwächen: Unter Fedora 15 kann man direkt nach dem Anschließen kreativ werden. Das System versteht sich sofort bestens mit dem neuen Eingabegerät und neben dem weit verbreiteten GIMP zeichnen sich Programme wie MyPaint [3], Krita [4] und Xournal [5] bei der Integration der Stifteingabe aus.

So ein Grafiktablett ist deutlich mehr als eine Maus, die zum Stift mutiert ist. Und mit einem dieser fummeligen Touchpads, mit denen Notebooks ausgeliefert werden, hat die Stifteingabe auch wenig zu tun. Die etwa postkartengroße (DIN A6), druckempfindliche Schreibunterlage entspricht der Anzeigefläche auf dem Bildschirm. Befindet sich der Stift in der oberen linken Ecke des Tabletts, wird der Cursor entsprechend im oberen linken Bereich des Bildschirms zu finden sein.

Am deutlichsten wird der Unterschied zu herkömmlichen Eingabegeräten bei Verwendung der zahlreichen Pinsel, Stifte und digitalen Malwerkzeuge in MyPaint. Mit Wasser-, Acryl-, Ölfarben, Blei-, Filzstiften, Radierern und Schwämmen bei 1024 Druckempfindlichkeitsstufen kann man schon schnell mal vergessen, dass man "nur" ein digitales Eingabemedium aus Plastik in der Hand hält. Lediglich das Kratzen des Plastiks auf dem Tablett, wenn man etwas mehr Druck ausübt, stört den Eindruck.

Unter Linux etwas schwer zu handhaben und meinem Empfinden nach auch ein unnötiges Feature ist die Verwendung des Bamboo-Tabletts als Touchpad. Es reagiert auch auf Fingereingaben und ist immerhin so schlau, den Handballen, der beim Halten des Stifts auf der Eingabefläche abgelegt wird, zu ignorieren. In dem Moment, da man den Stift zu weit vom Tablett entfernt, ist die Gefahr ungewollter Finger- und Handeingaben allerdings hoch. Daher hatte ich die Touch-Funktion bei Verwendung des Bamboo Fun meistens ganz deaktiviert.

Weil ich schnell sah, dass ich auf die Toucheingabe gut verzichten konnte, schickte ich das Bamboo Fun zurück und ersetzte es durch das deutlich billigere "Wacom Bamboo Pen only" [6]. Dieses Tablett hat die gleichen Ausmaße und Materialien wie das "Fun", besticht aber durch ein edles Schwarz und verzichtet neben der Fingereingabe auf Sondertasten sowie auf den Radierer am Stiftende. Dass das "Pen only" nur 512 Druckempfindlickeitsstufen hat, spürt man. Aber in der Praxis führen die 1024 Stufen am "Fun" hauptsächlich dazu, dass man etwa beim gründlichen Radieren mehr Druck ausüben muss, was das unangenehme Gefühl hervorruft, man könne Tablett oder Stift beschädigen.

Als ständiger Mausersatz dient so ein Tablett zwar letztendlich nicht. Wer aber zwischen den Kreativitätsschüben nicht immer den Stift aus der Hand legen will, wird von individualisierter Gestensteuerung profitieren, wie sie etwa "easystroke" ermöglicht: [7]. Bei einer solchen Verwendung wird auch klar, welche Vorteile die Sondertasten am Modell "Bamboo Fun" gegenüber dem einfachen "Pen only" bieten.
Wie man unter Windows mit einem Wacom Bamboo umgeht und was die umfangreiche mitgelieferte Software von Wacom unter Windows für nützliche Dienste leistet, konnte ich leider nicht testen. Dafür existieren auch bereits zahlreiche Erfahrungsberichte im Internet.

Über den ersten Satz von "Ein Ort für meine Träume" (Frank Federsel)

Vor einiger Zeit veröffentlichte ich an dieser Stelle einen Artikel über Klavierstücke, die schwerer klingen, als sie letztendlich sind [1]. Die Sammlung von damals wurde mit einem Verweis auf Frank Federsel abgeschlossen - ich schrieb, niemand scheine die "unfassbare Einfachheit" seiner Stücke zu begreifen.

Inzwischen hatte ich die Möglichkeit, einen Blick in die Noten von Ein Ort für meine Träume zu werfen und das Stück selbst anzuspielen. Ohne die Kompositionen Federsels schlecht machen zu wollen, werde ich in diesem Artikel den ersten Satz [2] dieser Sonate ein wenig genauer unter die Lupe nehmen. Die Zeitangaben beziehen sich auf das verlinkte YouTube-Video

Die ersten dreieinhalb Minuten lassen eine klassische Sonatenhauptsatzform vermuten. Die Einleitung bis 0:30 erinnert entfernt an Mozarts Fantasie in d-moll [3], diese Art von Arpeggio dürfte aber wohl in vielen Stücken anzutreffen sein.
Als Exposition könnte man die Passage bis 1:49 verstehen: Hier tritt ein Thema A auf (0:33 - 0:56), das direkt wiederholt wird. Ein mehr oder weniger stark kontrastierendes Thema B schließt sich direkt an (1:28 - 1:49). Beide Themen sind in der klassischen Periode mit Vorder- und Nachsatz komponiert. Dass die Exposition nicht wiederholt wird, ist keine nennenswerte Abweichung von der Regel.
Im Nachfolgenden Durchführung und Reprise klar voneinander zu trennen fällt schwer. Thema A tritt - unterbrochen von einem Zwischenspiel - in zwei neuen Tonarten auf (zuerst bis 2:13, dann 2:42 - 3:03). Danach werden die Themen A und B bis 3:32 in wieder anderen Tonarten leicht variiert.
Bis hierhin ist alles ganz konventionell konzipiert. Wären Durchführung und Reprise weniger miteinander verschmolzen, hätte man das Stück an dieser Stelle beenden können.

Es schließt sich aber ein ziemlich freies Zwischenspiel an, in dem eine Melodie anklingt, die vielen Hörern aus dem Film "Herr der Ringe" (In Dreams [4]) bekannt sein dürfte (3:48 - 3:54). Wer genau hinhört, erkennt, dass es sich außerdem um eine rhythmische Variation des Themas B handelt. Ist etwa das gesamte Thema B besagter Filmmusik entlehnt?

Ab 5:10 wird ein neues Thema C eingeführt, dessen Ähnlichkeit zu dem berühmten Thema aus Beethovens "Sturm"-Sonate (Nr. 17), 3. Satz [5], verblüffend ist. Was sich ab 5:36 anschließt, kann seine Ähnlichkeit zu einem Motiv aus Beethovens Mondschein-Sonate, 3. Satz ([6] ab 1:04), nicht ganz verbergen. Zu diesem Thema D1 gehört noch ein Thema D2 (6:01 bis 6:39), dessen musikalische Konzeption an Mozarts Sonate Nr. 14, Satz 1 ([7] ab 0:50), erinnert.
Ähnlich wie im ersten Teil des Stückes wird jetzt Thema C in zwei neuen Tonarten wiederholt: erst bis 6:57 und dann nach einem ziemlich fantasielosen Übergang erneut bis 7:13. Ebenfalls in neuer Tonart präsentieren sich daraufhin die Themen D1 (bis 7:40) und D2 (bis 8:23), letzteres in leichter Variation.
Eine Wendung zum Schluss leitet die übertrieben ausgeschmückte Variation von Thema C ab 8:30 ein. Nach einem rhythmisch an moderne Pop-Songs erinnernden Ausklang (8:45 - 9:05) schließt eine melancholische Coda das Stück ab.

Insgesamt wirken die 10 Minuten etwas wahllos zusammengepflückt. Vier bzw. fünf Themen - je nach Zählweise (A,B,C,D1,D2) - sind in dieser Kombination zu viel. Ich hätte statt der langweiligen Transpositionen mehr Variationen erwartet. Dass sich der Komponist mit freien Variationen schwer zu tun scheint, kommt aber auch in den etwas missglückten Zwischenspielen zum Vorschein. Das ist schade, wenn man bedenkt, dass er sich bereits bei der klanglichen Konzeption der Themen selbst an bereits existierenden Stücken orientiert zu haben scheint.
Beim Spielen ist mir außerdem aufgefallen, dass einige Rhythmuswechsel und rhythmische Überlagerungen, hohe Tonlagen, Überkreuzstellung der Hände sowie der häufige Vorzeichenwechsel wie Schikane gegen Klavieranfänger wirken. Wirklich anspruchsvoll wird das Stück dadurch allerdings nicht.

Die Noten des gut 10 Minuten dauernden Satzes werden über das Internet für stolze 17 Euro vertrieben [8] und umfassen 15 DIN-A4-Seiten. Die musikalische Qualität rechtfertigt diesen Preis meiner Meinung nach nicht. Man sollte sich selbst überlegen, ob man so viel Geld dafür ausgeben will.
Bei vielen klassischen Klavierstücken findet man erst richtig gefallen an der Musik, wenn man sie selbst spielt. Bei diesem Stück verlor ich die Lust, nachdem ich es einmal von vorne bis hinten vom Blatt gespielt hatte.
Hätte Federsel die ständigen Wiederholungen in anderen Tonarten ausgespart, würde dieses Stück ein wunderbares Übungsstück für Anfänger abgeben: Es klingt nett (immerhin sind motivische Ideen großen Meisterwerken von Mozart und Beethoven ähnlich, um nicht zu sagen "entnommen") und enthält viele verschiedene rhythmische, melodische und harmonische Konzepte. Durch die Transpositionen und die übertriebene Gesamtlänge würde dieses Stück allerdings eher zum Geduldsspiel für einen Anfänger.

Professionelle elektronische Wörterbuchlösungen

Im Sommer 2009 kaufte ich mir ein elektronisches Wörterbuch von Sharp [1]. Für 300.000 englisch-deutsch-englische (Duden-Oxford Wörterbuch) und 150.000 deutsch-deutsche (Duden Universalwörterbuch) Stichwörter und Wendungen bezahlte ich 100 Euro. Abgesehen von der inhaltlichen Ausstattung wartete das Gerät mit übersichtlicher Bedienung, geringem Gewicht, praktischem Format bei großem Display und einer ordentlichen Batterielaufzeit auf: Die eine AAA-Batterie, die zum Betrieb nötig ist, musste ich zum ersten Mal vor zwei Wochen wechseln.

Schon damals war ein großer Nachteil klar: Dieses Wörterbuch ist nicht erweiterbar. Das leisteten schon damals nur die teureren "Bookman" von Franklin [2]. Franklins Geräte kosten nur 30 Euro mehr als mein Sharp-Wörterbuch und bieten dafür abgesehen von der Erweiterbarkeit zahlreiche Zusatzfunktionen wie Kurzgrammatik, Lernspiele, Vokabeltrainer und TOEFL-Wortlisten. Allerdings sind sie größer und schwerer und kommen standardmäßig nur mit einem Wörterbuch daher, wohingegen mein Sharp ja zwei Wörterbücher enthält, die ich beide nicht missen will. Jedes weitere Franklin-Wörterbuch schlägt mit 50-60 Euro zu Buche, was ein angemessener Preis ist, aber die Gesamtkosten schon fast auf das Doppelte des Preises meines Geräts schnellen lässt, wenn man nur ein weiteres Wörterbuch installiert.

Die Erweiterbarkeit bezahlt man bei Franklin mit einer tendenziellen Trägheit der Bedienoberfläche. Diese Schwäche weisen auch die wesentlich neueren und erheblich teureren "Bookman SD" [3] auf. Im Moment werden die Standardversionen mit einem und zwei Wörterbüchern (250 bzw. 300 Euro) durch ein Jubiläumsangebot mit Wörterbüchern in Englisch, Italienisch, Französisch, Spanisch und Deutsch für 300 Euro in den Schatten gestellt. Ansonsten kosten zusätzliche Wörterbücher bei diesen Geräten jeweils 60-70 Euro.

Übrigens lassen die Geräte von Casio die Erweiterbarkeit bis heute vermissen [4], sind dafür aber inzwischen mit einer aberwitzigen Masse von 21 Wörterbüchern in 6 Sprachen (Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Latein, Deutsch) bepackt. Ob man hier die Erweiterbarkeit überhaupt braucht, ist fraglich, wenn man bedenkt, dass für die Geräte von Franklin gar nicht mehr Sprachen verfügbar sind. Angesichts dieser mächtigen Ausstattung kann man auch verschmerzen, dass Casios Schlachtschiff doppelt so viel wiegt wie meines und dabei 1,5cm länger, 2cm breiter und 2mm dicker ist.

Die genannten Wörterbuchlösungen versagen, sobald man sich mit einer etwas ungewöhnlicheren Sprache beschäftigen will. Das fängt schon bei Portugiesisch an, geht aber über Schwedisch und Russisch bis hin zu Arabisch und Chinesisch. Von der Erweiterbarkeit bleibt nicht viel übrig, wenn es diese Erweiterungsmöglichkeiten gar nicht gibt.

Der unhaltbare technische Fortschritt und die ewige Frage nach Erweiterbarkeit drängen die Frage auf, ob es überhaupt noch gerechtfertigt ist, ein Gerät zu entwickeln, dass "nur" als Wörterbuch dienen kann. Aktuelle Smartphones bringen längst genug Leistungsfähigkeit und Speicherplatz für diese Funktion auf.
Und tatsächlich dringen deutsche Wörterbuchverlage inzwischen in diese Richtung vor. Langenscheidt präsentiert mit den "Professional-Wörterbüchern" für Android, iOS und Bada [5] Wörterbücher in Italienisch, Spanisch, Französisch und Englisch. Wenn die Angaben zum Wortschatz (bis zu 900.000 Stichwörter und Wendungen) mit den üblichen Angaben auch nur ansatzweise vergleichbar sind, bieten diese Wörterbücher einen gigantischen Umfang: dreimal so viele Stichwörter wie in Casios und Franklins größten Geräten!
Langenscheidt bietet für Smartphone-Besitzer außerdem umfangreiche Wörterbücher in den Sprachen Dänisch, Polnisch, Niederländisch, Portugiesisch, Russisch, Schwedisch, Tschechisch und Türkisch. Man vermisst nur Latein, Altgriechisch und nicht-indogermanische Sprachen wie Chinesisch, Japanisch oder Arabisch. Übrigens bietet auch Duden seine wichtigsten Wörterbücher für Smartphones an [6] und noch mehr Wörterbücher gibt es bei der Paragon Software Group [7].
Die Smartphone-Lösung hat den entscheidenden Nachteil, dass Smartphones bekanntermaßen eine extrem kurze Akkulaufzeit haben. Bisweilen müssen sie schon nach einem oder zwei Tagen wieder an die Steckdose. Zugegebenermaßen haben sich Smartphone-Nutzer damit inzwischen arrangiert, indem sie überall ihr Ladegerät dabei haben. Aber ein bisschen lau klingt das schon - verglichen mit der oben erwähnten Laufzeit meines Sharp-Wörterbuchs. Manch einer mag sich darüber hinaus über die Bedienung via Touchscreen ärgern. Die mechanischen Tasten der klassischen elektronischen Wörterbücher sind angenehmer in der Eingabe, aber es gibt ja auch Smartphones mit Tastatur-Slider.

Wer kein Smartphone hat, aber trotzdem gerne so viele Wörterbücher horten würde, kann sich entweder ein Smartphone zulegen oder auf Archos' neue Android-Geräte zurückgreifen (Archos 28, 32, 43, 70). Alle oben genannten Wörterbücher von Langenscheidt zuzüglich der wichtigsten Wörterbücher von Duden schlagen übrigens mit fast 500 Euro zu Buche. Auch wenn ich auf Türkisch, Polnisch und Tschechisch eventuell verzichten könnte, würde ich immernoch mindestens Latein, Altgriechisch und Chinesisch vermissen. Aber man kann eben nicht alles haben.

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