Zum Betrieb eines Notebooks oder eines Desktop-PCs sind
nicht nur Windows und Mac geeignet. Mindestens die
Linux-Distributionen Ubuntu, Fedora und OpenSuse haben
sich längst selbst bei Computerlegasthenikern
bewährt.
Seit einiger Zeit sprießen förmlich
Open-Source-Betriebssysteme aus dem Boden, die auf
ansprechenderes Design und verbesserte Benutzbarkeit
abzielen. Einige davon sind für die Benutzung auf
Netbooks abgestimmt, andere versuchen, das letzte aus
der neuesten Hardware herauszuholen oder umgekehrt alte
Kisten wieder zu nützlichen Helfern in neuem Glanze zu
machen. Anlässlich der Anschaffung eines gebrauchten
acht Jahre alten "IBM Thinkpad X31" habe ich einige
dieser modernen Betriebssysteme ausprobiert und will
hiermit gerne meine Leser an den Erfahrungen teilhaben
lassen.
Von einigen großen
Distributionen existieren spezielle Derivate, Spins und
Flavours, die sich oft nur in der vorinstallierten
Software sowie der grafischen Oberfläche von ihren
großen Vorbildern unterscheiden. Mit Fedoras
Design-Suite [1] erhält man auch
tatsächlich nur ein gewöhnliches Fedora mit jeder
Menge vorinstallierter Software zum Kreativsein.
Dagegen zeigt Ubuntu Studio [2], das unter der
Schirmherrschaft Canonicals steht, mehr Unterschiede zu
Ubuntu auf. Hier wendet man sich sogar v
Beide Betriebssysteme sind zwar noch im
Entwicklungsstadium. Es wird sich aber bestimmt lohnen,
ein Auge auf die bald erscheinenden Finalversionen zu
werfen.on der Standardoberfläche ab [3] und versucht eine ganz
eigene Marke neu zu etablieren. Dabei erscheint Ubuntu
Studio regelmäßig parallel zum normalen Ubuntu und
machte bei meinen Tests eine wirklich überzeugende
Figur [4].
Ein interessantes Derivat ist
auch Fuduntu [5], dessen Name von dem
Versuch herrührt, in äußerlichen Gesichtspunkten
eine Mischung aus Fedora und Ubuntu darzustellen - es
sieht damit mal wieder stark wie ein MacOS-Klon aus.
Technisch ist Fuduntu ein leicht verändertes Fedora 14
und soll mit jeder geraden Fedoraversion neu
erscheinen. Im Vordergrund steht bei Fuduntu die
Verwendung mit Netbooks und Laptops, insbesondere geht
es um Ressourcen und Akku schonende Maßnahmen und ein
ansprechendes Design. Letzteres war für meinen
Geschmack allerdings etwas zu trüb - die vielen Grau-
und Silbertöne wurden durch die wenigen blassen Farben
nicht hinreichend kontrastiert.
Von den zwei großen Red-Hat-Derivaten CentOS und Scientific Linux [6] testete ich nur letzteres in der inzwischen überholten Version 5.6. Obwohl es optisch einen schlanken Eindruck machte und mit einem bunten Retrodesign überzeugen konnte, war ich zuletzt unzufrieden: Der Bootvorgang dauert viel zu lange und aus nicht einsichtlichen Gründen ruckelte es bei gewöhnlichen Surf-Aktivitäten mehr als jedes andere Betriebssystem in der Testreihe.
Die vielleicht vielversprechendsten Betriebssysteme in der Testreihe waren Joli OS und elementary OS. Während Joli OS [7], eine proprietäre Linux-Distribution mit Cloud-Funktionen und einem Schwerpunkt auf Social Networking, offensichtlich einen ähnlichen Ansatz wie Googles Chrome OS verfolgt, zeigen sich die Stärken von elementary OS [8] in der wunderschönen Desktopumgebung (offenbar ein MacOS-Klon) und der minimalistisch gehaltenen Software, die sich nahtlos in die Optik des Systems einfügt. Beide Betriebssysteme sind zwar noch im Entwicklungsstadium. Es wird sich aber bestimmt lohnen, ein Auge auf die bald erscheinenden Finalversionen zu werfen.
Das zunächst ansprechende Ubuntu-Derivat Easypeasy [9] schied schnell aus, da es insgesamt einen eingefrorenen Eindruck macht: Das Design ist weniger aufregend, als man auf den ersten Blick denkt. Und Software (basierend auf Ubuntu 10.04) sowie Community werden nicht mehr nennenswert weiterentwickelt. Ein ähnliches Schicksal musste das schlanke xPUD [10] erleiden: Die neueste Version erschien Anfang 2010, im offiziellen Forum tut sich nicht mehr viel und das alles, obwohl die Software zahlreiche größere Bugs und Inkompatibilitäten aufweist.
Zuletzt bleiben einige vielversprechende
Betriebssysteme ungetestet. CentOS 6 [11], Scientific Linux 6.1
[12] und
Meego [13] konnten sich nicht mit
dem alten Thinkpad anfreunden: Ihre Linux-Kernel sind
nur auf moderneren Prozessoren mit der so genannten
"Physical Address Extension" (PAE) lauffähig. Dieses
Problem war nicht ohne unvernünftigen Mehraufwand zu
beheben.
DragonFly BSD [14], NetBSD [15] und
OpenBSD [16] ließen sich nicht
ohne Weiteres von einem USB-Stick und ohne
Internetzugang installieren. OpenIndiana [17] und
Haiku [18] haben zwar
ansprechende grafische Oberfläche, befinden sich aber
noch in einer sehr frühen Entwicklungsphase, sodass
ich sie wegen mangelnder Hardwareunterstützung erstmal
ausgelassen habe.
Die Nachfrage nach
einer einzelnen Weltsprache, auf die sich alle Menschen
verstehen, kann aus völlig unterschiedlicher
Motivation heraus entstehen. Schon die biblische
Erzählung vom Turmbau zu Babel verdeutlicht, wie eine
gemeinsame Sprache einen praktischen Nutzen haben, aber
auch den menschlichen Zusammenhalt fördern kann.
Konkretere Überlegungen, wie so eine Sprache aussehen
könnte, führen unweigerlich zu weiteren Fragen ganz
anderer Art: Aus praktischen Gründen würde man eine
bereits existierende Sprache vorschlagen, stößt dann
aber auf die sozialen, politischen und kulturellen
Probleme, die daraus entstehen, dass jede existierende
Sprache eine gesamte Kultur oder sogar ein Land
repräsentiert. Erfindet man eine Sprache komplett neu
(Plansprache, siehe etwa Esperanto [1]), stößt man
mindestens auf jene Kontroversen, die schon bei so
einfachen Themen wie einem einheitlichen
Handyladegerät [2] entstehen.
Einige dieser Probleme werden recht überzeugend und
zunächst auch wohl durchdacht in "Globish - Die neue
Weltsprache?" [3] angegangen. Die Autoren
Jean-Paul Nerrière und David Hon sind selbst keine
Linguisten. Bestenfalls David Hon, der einen Magister
in Englisch hat, kann akademische Bildung in diesem
Fachbereich vorweisen.
Die Herangehensweise an die Frage der Weltsprache ist
dementsprechend auch weniger akademisch als vielmehr
pragmatisch und bodenständig. Zunächst wird die
unzweifelhafte Tatsache in den Raum gestellt, Englisch
habe sich als weltweite Verkehrssprache längst
etabliert. Sie von diesem Platze zu verdrängen sei
kaum denkbar.
Englisch ist also der Ausgangspunkt des Buches.
Wesentlich am weiteren Verlauf des Diskurses ist aber
die Tatsache, dass diese Grundlage nicht gerade
günstig ist. Diese Erkenntnis zieht sich durch die
gesamten 200 Seiten und ist Anlass, nicht Englisch
Weltsprache sein und werden zu lassen, sondern das
Konzept "Globish" in den Raum zu werfen, das
gleichzeitig die Entfremdung der englischen Sprache von
ihren kulturellen Wurzeln verhindern und den
Lernprozess verkürzen und übersichtlicher gestalten
soll.
Im Zentrum von "Globish" steht das Bestreben, den
längst etablierten Kern der englischen Sprache, der
tatsächlich in der internationalen Kommunikation
verwendet wird und sinnvollerweise verwendet werden
sollte, zu entwurzeln und durch die Taufe auf einen
neuen Namen zu emanzipieren.
Zwischen diesem etablierten Kern und dem kulturell und
historisch verwurzelten Englisch bestehe nämlich
bereits heute eine beidseitige Inkompatibilität und
Ablehnung. Einerseits könne das "richtige Englisch"
die internationale Kommunikation sogar erschweren: Die
Kommunikation zwischen Fremdsprachlern auf Englisch
funktioniere erfahrungsgemäß besser als zwischen
einem Fremdsprachler und einem Muttersprachler. Dem
verwendeten Vokabular und der Sprechgeschwindigkeit,
aber auch dem Akzent bzw. Dialekt wird hier eine
entscheidende Rolle beigemessen. Umgekehrt sehe ein
Liebhaber der englischen Sprache in der
"Verkehrssprache Englisch" eine Bedrohung: "Globish
kann auch die englische Sprache davor schützen, von
anderen Kulturen zerbrochen zu werden" (Seite 64).
Solange außerdem Englisch den Posten der
Verkehrssprache für sich beansprucht, werde sich
politische sowie kulturelle Abneigung nicht verhindern
lassen. In Ländern, in denen etwa die amerikanische
Kultur kein gutes Ansehen hat, sei Englisch seltener
die bevorzugte Verkehrssprache.
Das Erlernen einer Fremdsprache beinhaltet traditionell auch immer eine Auseinandersetzung mit der damit verbundenen Kultur. Für eine Verkehrssprache, die idealerweise auch schnell zu erlernen sein soll, wäre dieser kulturelle Hintergrund eher ein Balast. Globish ist letztendlich also die Idee, ein Stück aus der englischen Sprache zu isolieren, ihm den Namen "Globish" zu verpassen und dann zu sagen: "Wenn man diese Dinge gelernt hat, ist man fertig" (Seite 49). Dabei werden hinderliche Details, wie die Unterschiede zwischen der britischen und der amerikanischen Aussprache, Schreibweise oder Grammatik vernachlässigt. "Und auch sonst sollte sich niemand darum kümmern", heißt es dazu etwas zu radikal für meinen Geschmack auf Seite 61.
Angesichts der Tatsache, dass das Buch im
Sprachenverlag Langenscheidt erschienen ist, fehlt ihm
an vielen Stellen die fachlich-linguistische Grundlage.
Für einen durchschnittlichen Leser ist das allerdings
sehr angenehm und man bekommt das Gefühl, die
Vorsätze dieses neuen Konzepts seien weniger utopisch
und ideell. Tatsächlich trügt dieser Eindruck aber:
Letztendlich dreht sich das Buch nur um die Etablierung
eines neuen Begriffs für etwas, das längst im Kommen
ist, indem man es schärfer abgegrenzt als bisher.
Zugegebenermaßen versucht man auch, Forderungen für
die Praxis aufzustellen. Da ist zum Einen die Forderung
nach kompakteren Sprachkursen, deren Umfang und Nutzen
von Anfang an klar definiert ist: In 120 Lerntagen soll
man Globish, das auf 1500 Vokabeln eingegrenzt wird,
erlernen können. Während die Theorie hier eiskalt
vorrechnet, wie viele Vokabeln und Grammatikregeln man
bei dieser Zielsetzung pro Tag zu lernen hat, vergisst
man, dass am Ende doch die Sprachpraxis den
entscheidenden Lernfaktor darstellt. Die Einschränkung
auf ein fixes Vokabular ist viel zu formal und von
Anfang an zum Scheitern verurteilt. Außerdem ist die
Idee von Sprachkursen, die sich auf das wesentliche
beschränken, längst allerorts in die Tat umgesetzt
worden.
Andererseits will man englische Muttersprachler dazu
auffordern, sich in der internationalen Kommunikation
auf Globish zu beschränken und diese "neue Sprache"
als in sich abgeschlossenes Mittel der Kommunikation zu
akzeptieren. Es ist tatsächlich offenbar notwendig,
dass sich Muttersprachler in der internationalen
Kommunikation gewissermaßen umstellen müssen, damit
sie von Fremdsprachlern besser verstanden werden.
Solche Tendenzen sind aber bereits erkennbar und es
spricht Einiges dafür, dass sich der diesbezügliche
Wandlungsprozess auch ohne eine solche konkrete
Forderung schließlich vollziehen wird.
Ich halte "Globish - Die neue Weltsprache?" für eine interessante Lektüre. Sie beleuchtet viele Probleme der Entwicklung des Englischen zur internationalen Verkehrssprache neu und behandelt diese Entwicklung auch kritisch. Leider zeigt das Buch hier aber keinen nennenswerten Tiefgang, was zum einen darin begründet ist, dass die beiden Autoren nicht vom Fach sind, zum anderen, dass sie ein breites Publikum ansprechen möchten. Obwohl der letztere Aspekt eine entscheidende Rolle bei der Konzeption dieses Buches gespielt haben mag, ist der titelgebende Lösungsvorschlag "Globish" für das Weltsprachenproblem meiner Meinung nach ein Schuss in den Ofen. Was er suggeriert und anstrebt, wird sich auch ohne den bloßen Begriff und die damit verbundene Ideologie durchsetzen. Das zeichnet sich längst ab. Unter Sprachpuristen, die sich eine Abgrenzung des richtigen Englisch von der vereinfachten Verkehrssprache wünschen, wird sich der Begriff vielleicht durchsetzen und seinen psychologischen Nutzen beweisen. Aber die reformatorische Kraft, die sich Nerrière und Hon davon versprechen, traue ich "Globish" nicht zu.
An dieser Stelle noch ein Dank an Langenscheidt [4], die mir ein Exemplar des Buches zur Verfügung gestellt haben.
28.07.2011 00:17 - Tags: Literatur Sprachen Gesellschaft Meinungen Wissen
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Das Dilemma, dass der
Computer zwar als Medium für die Speicherung und den
Austausch von Informationen höchst beliebt ist, sich
für den Endanwender aber doch leider in der Regel im
geschriebenen (Email, Chat) oder bestenfalls im
gesprochenen (Skype, VoIP) Wort erschöpft, war schon
einmal Thema auf tovotu [1]. Twiddla bot beste
Voraussetzungen, mal eben eine Zeichnung oder Skizze
für den Gesprächspartner anzufertigen und kreative
sowie konstruktive Zusammenarbeit daran zu vollführen.
Es war aber schon damals klar, dass die Mausbedienung
einem zeichen- und malfreudigen Computerbenutzer bald
auf die Nerven gehen würde.
Für eine kurze Skizze, Zeichnung oder ein paar mathematische Symbole, die über Tastatur und Maus nur schwerlich eingegeben werden können, ist ein Stift zweifellos bei den meisten Menschen das bevorzugte Eingabegerät. Damit der Computer dann als Speicher- und Kommunikationsmedium für die mit dem Stift verfassten Ideen dienen kann, bedarf es einer geeigneten Schnittstelle. Und die bieten so genannte Grafiktabletts. Einiger Bekanntheit und Beliebtheit in allen Anwenderschichten erfreut sich in diesem Milieu der japanische Hersteller Wacom.
Mit dem Ziel, mich selbst von der Nützlichkeit und Funktionstüchtigkeit eines solchen Geräts zu überzeugen, bestellte ich kurzer Hand eines im Internet. Um meine finanziellen Mittel nicht zu überstrapazieren, investierte ich in ein Wacom Bamboo Fun Small [2].
Der wertige Eindruck von Tablett und Stift, den die Produktfotos vermitteln, geht etwas verloren, wenn man das Gerät einmal in Händen hält: In dieser doch recht niedrigen Preisklasse wird Plastik verwendet, das mindestens den Stift etwas klapprig wirken lässt. Meiner Meinung nach steht dem Material die silbergraue Aufmachung auch nicht besonders gut, die man sich besser für Geräte aus Metall hätte aufheben sollen.
Die wirklich ansprechende Verpackung gleicht diesen Eindruck aber etwas aus. Und sobald man das Wacom Bamboo Fun in Betrieb nimmt, vergisst man ganz schnell die oberflächlichen Schwächen: Unter Fedora 15 kann man direkt nach dem Anschließen kreativ werden. Das System versteht sich sofort bestens mit dem neuen Eingabegerät und neben dem weit verbreiteten GIMP zeichnen sich Programme wie MyPaint [3], Krita [4] und Xournal [5] bei der Integration der Stifteingabe aus.
So ein Grafiktablett
ist deutlich mehr als eine Maus, die zum Stift mutiert
ist. Und mit einem dieser fummeligen Touchpads, mit
denen Notebooks ausgeliefert werden, hat die
Stifteingabe auch wenig zu tun. Die etwa
postkartengroße (DIN A6), druckempfindliche
Schreibunterlage entspricht der Anzeigefläche auf dem
Bildschirm. Befindet sich der Stift in der oberen
linken Ecke des Tabletts, wird der Cursor entsprechend
im oberen linken Bereich des Bildschirms zu finden
sein.
Am deutlichsten wird der Unterschied zu herkömmlichen Eingabegeräten bei Verwendung der zahlreichen Pinsel, Stifte und digitalen Malwerkzeuge in MyPaint. Mit Wasser-, Acryl-, Ölfarben, Blei-, Filzstiften, Radierern und Schwämmen bei 1024 Druckempfindlichkeitsstufen kann man schon schnell mal vergessen, dass man "nur" ein digitales Eingabemedium aus Plastik in der Hand hält. Lediglich das Kratzen des Plastiks auf dem Tablett, wenn man etwas mehr Druck ausübt, stört den Eindruck.
Unter Linux etwas
schwer zu handhaben und meinem Empfinden nach auch ein
unnötiges Feature ist die Verwendung des
Bamboo-Tabletts als Touchpad. Es reagiert auch auf
Fingereingaben und ist immerhin so schlau, den
Handballen, der beim Halten des Stifts auf der
Eingabefläche abgelegt wird, zu ignorieren. In dem
Moment, da man den Stift zu weit vom Tablett entfernt,
ist die Gefahr ungewollter Finger- und Handeingaben
allerdings hoch. Daher hatte ich die Touch-Funktion bei
Verwendung des Bamboo Fun meistens ganz
deaktiviert.
Weil ich schnell sah, dass ich auf die Toucheingabe gut verzichten konnte, schickte ich das Bamboo Fun zurück und ersetzte es durch das deutlich billigere "Wacom Bamboo Pen only" [6]. Dieses Tablett hat die gleichen Ausmaße und Materialien wie das "Fun", besticht aber durch ein edles Schwarz und verzichtet neben der Fingereingabe auf Sondertasten sowie auf den Radierer am Stiftende. Dass das "Pen only" nur 512 Druckempfindlickeitsstufen hat, spürt man. Aber in der Praxis führen die 1024 Stufen am "Fun" hauptsächlich dazu, dass man etwa beim gründlichen Radieren mehr Druck ausüben muss, was das unangenehme Gefühl hervorruft, man könne Tablett oder Stift beschädigen.
Als ständiger Mausersatz dient so ein Tablett zwar
letztendlich nicht. Wer aber zwischen den
Kreativitätsschüben nicht immer den Stift aus der
Hand legen will, wird von individualisierter
Gestensteuerung profitieren, wie sie etwa "easystroke"
ermöglicht: [7]. Bei einer solchen
Verwendung wird auch klar, welche Vorteile die
Sondertasten am Modell "Bamboo Fun" gegenüber dem
einfachen "Pen only" bieten.
Wie man unter Windows mit einem Wacom Bamboo umgeht und
was die umfangreiche mitgelieferte Software von Wacom
unter Windows für nützliche Dienste leistet, konnte
ich leider nicht testen. Dafür existieren auch bereits
zahlreiche Erfahrungsberichte im Internet.
21.06.2011 21:54 - Tags: Produkte Meinungen Computer Multimedia Kunst Mathematik
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Kein Unternehmen hat sich
so erfolgreich einen Namen mit Computermäusen gemacht
wie der Schweizer Computerzubehör-Hersteller Logitech.
In kurzen Abständen brachte Logitech schon seit 2002
immer wieder neue Modelle mit bahnbrechenden
Technologien hervor. Beispielhaft seien hier nur
angeführt: 2001 die erste kabellose optische Maus,
2004 die erste Laser-Maus, 2008 die erste auch in der
Luft steuerbare Maus.
Seit je entwarf Logitech ansprechende Designs, die Mäuse kamen stets mit verblüffender Haptik und wertiger Verarbeitung daher. Bei all der Innovation kamen aber auch zeit- und konkurrenzlose Klassiker aus der Schmiede von Logitech: Die Maus MX518 hat seit ihrem Erscheinen im Jahre 2004 nicht an Glanz und Beliebtheit eingebüßt [1].
Als ich es also kürzlich für nötig befand, eine Maus für die tägliche Arbeit mit meinem Notebook [2] anzuschaffen, da die Bedienung mit Touchpad und (inzwischen schon vorwiegend) TrackPoint zunehmend Verkrampfungen hervorrief, warf ich meinen Blick gleich auf das aktuelle Sortiment von Logitech.
Mein Budget war nicht sonderlich groß und für ein Notebook musste es natürlich ein kabelloses Modell sein. Tatsächlich konnte mich Logitechs brandneues Modell M325 [3] in seiner günstigen Preisklasse zwischen 20 und 30 Euro am besten überzeugen.
Bestellt, ausgepackt, angeschlossen - und ohne auch nur einen Finger für Treiber und andere Software bemühen zu müssen, konnte ich das Mäuschen in meine alltägliche Arbeit mit dem ThinkPad einbinden. Obwohl Logitech für die kabellose Übertragung einen eigenen Standard pflegt, stellt die Inbetriebnahme also unter einem Linuxbetriebssystem (Fedora 15) kein Problem dar.
Wie meine Fotos [4]
hoffentlich vermitteln, wirkt die Maus unglaublich
hochwertig. Die Verarbeitung überzeugt einfach auf der
ganzen Linie und auch das Design macht einen ausnehmend
guten Eindruck. Selbst der kleine Nano-Empfänger für
die kabellose Übertragung macht etwas her - lediglich
die ungewöhnlichen USB-Ports meines Laptops führen
dazu, dass das gute Stück etwas weiter herausragt als
vorgesehen.
Das ultra-fein gerasterte Scrollrad (72 statt wie sonst um die 20 Rasterpunkte), mit dem die Maus auch beworben wird, fühlt sich angenehm an. Dem ein oder anderen wird es aber zu leichtgängig sein, da die Rasterpunkte wirklich ausgesprochen fein sind. Ich würde aber nicht so weit gehen zu sagen, dass mir diese ungewöhnliche Rasterung einen besonderen Bedienkomfort beschert hätte. Das Scrollen durch Dokumente fühlte sich zwar anders an, war aber tatsächlich nicht von anderer Qualität. Das Drücken der mittleren Maustaste war außerdem leider häufig mit einem unbeabsichtigten Drehen des Scrollrads verbunden. Dagegen funktionierte das Kippen des Scrollrads zu den Seiten (bewirkt "Vor" und "Zurück" im Browser) ausgezeichnet.
Von der besonders energiesparenden Betriebsweise der Maus konnte ich natürlich in der kurzen Testphase nicht viel mitbekommen: Laut Hersteller hält die AA-Batterie alleine 18 Monate durch (die Hälfte der dreijährigen Herstellergarantie!). Das erreicht die Maus unter anderem, indem sie sich nach einigen Minuten der Nichtverwendung abschaltet und erst bei Bewegung wieder aktiviert. Logitech hat dieses Konzept hervorragend umgesetzt: Bei Reaktivierung leuchtet eine grüne LED und der Mauszeiger setzt sich schon nach weniger als einer Zehntelsekunde wieder in Bewegung, sodass man wirklich überhaupt nicht in seiner Arbeit mit dem Computer gestört wird.
Leider folgt auf die
Lorbeeren nun ein Wermutstropfen, der in meinem Fall
ein entscheidendes Kriterium darstellt: Die Maus ist
viel zu klein für meine Hände und ich denke nicht,
dass die außerordentlich groß sind.
Das Design der M325 verspricht einige Ergonomie, die
allerdings daran scheitert, dass das Volumen der Maus
in meiner Hand fast ganz verschwindet, sodass ich
beinahe auf allen Seiten die Unterlage (den Tisch)
berühre. Inbesondere vorne ragt fast das ganze
vorderste Glied meines Mittelfingers über die Maus
hinaus.
Der Besuch eines lokalen Computerladens und einige Recherche im Internet zeigten aber, dass sich der Markt kabelloser Mäuser an solchen Mini-Exemplaren erschöpft. Meine alte kabelgebundene MX518 ist (mit 130 x 72 x 45 mm) dreieinhalb Zentimeter länger, eineinhalb Zentimeter breiter und einen halben Zentimeter höher als die M325 (95 x 57 x 39 mm). An diese größeren und für mich angenehmen Maße kommt unter den kabellosen Modellen nur die teure Logitech Performance Maus MX [5] heran. Immerhin schafft die Logitech M705 einen guten Mittelwert. Mit ähnlichen Abmessungen wie die hier vorgestellte M325 kommen beispielsweise die Lenovo Bluetooth Laser Mouse, die Notebookmäuse von Microsoft und Trust, die Logitech M555b, V470 sowie alle Logitech-Modelle der Reihen M5xx, M3xx und M2xx daher.
Mein ernüchterndes Fazit aus der Rezension einer sonst
so gelungenen Maus ist, dass die Überschwemmung des
Markts durch die kleinen Notebookmäuse, die Platz,
Gewicht und Energie sparen sollen, kein Segen für die
Ergonomie darstellt. Will man nicht gerade 40 bis 70
Euro für eine Performance Maus MX oder eine M705
ausgeben, bekommt man Geräte, die für halbwegs große
Hände beinahe genauso unangenehm zu handhaben sind wie
Touchpads und TrackPoints.
Zu betonen bleibt, dass manche Maus auf dem Markt
makellose Technik und grandiose Verarbeitung vereinen
mag (wie etwa die M325), aber durch die unveränderlich
kleine Gesamtgröße für mich ausscheidet. Hier
beneide ich fast Menschen mit kleineren Händen.
Was sich Apple auch für Patzer leistet, es gibt immer eine riesige Horde von Jüngern, die laut "Na und?" rufen. Als von den Suiziden zahlreicher Mitarbeiter des chinesischen Auftragshersteller Foxconn, der auch für Apple produziert, berichtet wurde [1], hieß es, andere Hersteller produzierten unter ähnlich schlechten Umständen. Und das macht solche Menschenrechtsverletzungen also besser?
Dass in Zukunft sogar MacBooks ohne Flash ausgeliefert werden [2], konnte die Apple-Anhänger ebensowenig beeindrucken: Steve Jobs habe das ja schon für iPhones und iPads durchgesetzt und Flash sei ja überhaupt sowieso böse. Die Bevormundung der Benutzer wird dadurch allerdings nicht weniger drastisch.
Im Januar wurde der unter Linux und Windows beliebte VLC-Player aus Apples AppStore entfernt [3]. Natürlich wunderte sich auch darüber niemand, schließlich habe ein VLC-Entwickler höchst persönlich im vergangenen November auf die Unstimmigkeiten zwischen der Softwarelizenz des VLC-Players und den Bestimmungen des AppStores hingewiesen. Warum hinterfragt niemand die Bestimmungen des AppStores, wenn sie mit einer so harmlosen Lizenz wie der GPL im Widerspruch stehen?
Und nun schon wieder: Der Opera-Browser erscheint im AppStore als einzige Alternative zum Standardbrowser Safari für iOS. Dass die unter Linux und Windows beliebte Browsersoftware mit dem Schriftzug "ab 17 Jahren" gebrandmarkt wird [4], soll jetzt also auch nicht weiter bedenklich sein. Schließlich erhalten alle Apps mit Internetzugriff diese Anmerkung. Ist Schubladendenken seit neuestem eine berechtigte Ausrede?
Mir scheint diese ewige "Unkritik" und das blinde Unter-den-Tisch-Kehren ein wesentlicher Bestandteil der Apple-Kontroverse. Auf Seiten der Apple-Liebhaber ist jede Schwäche sofort bereinigt, wenn man nur eine hinreichend platte Ausrede auftreiben kann. Es ist ganz verständlich, dass sich Kritiker davon gekränkt geben. Eine zivilisierte Diskussionskultur gibt es bei dieser Thematik offenbar schon lange nicht mehr.
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