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Schlagwort "Internet"

Tipps und Infos zu Amazon.de

Das US-amerikanische Unternehmen Amazon betreibt seinen deutschen Online-Shop unter der bekannten Adresse amazon.de nun schon seit 1998 mit großem Erfolg. Kein anderer deutscher Online-Händler hat eine dermaßen breite Produktpalette (das Auktionshaus Ebay wird in eine andere Kategorie eingeordnet). Es ist längst Zeit, ein paar Tipps und Infos über den Versandriesen zusammenzustellen.

Seit Amazon den Vertrieb von Artikeln durch Dritte über den Amazon-Marketplace verstärkt fördert, werden Amazon-Suchergebnisse immer unübersichtlicher. Es gibt keine (bzw. keine verlässliche) Möglichkeit auf der Amazon-Webseite, die Suche auf Artikel, die von Amazon versandt werden, zu beschränken. Das ist mindestens darum ärgerlich, weil man beim Kauf über einen Marketplace-Anbieter nicht von den besonderen Versandbedingungen von Amazon profitieren kann.
Eine Artikel-Suche, die Angebote der Marketplace-Anbieter ausblendet, verspricht die Webseite NoMarketPlace.com [1]. Zwar wird man tatsächlich nur in besonders ungünstigen Fällen mal mit einem Artikel konfrontiert, der nicht mehr von Amazon.de angeboten wird. Aber die Suchalgorithmen von NoMarketPlace.com sind im Allgemeinen spürbar schlechter als die auf der offiziellen Amazon-Webseite.
Auch die Suche auf Amapsys [2] blendet Ergebnisse vom Amazon-Marketplace aus. Sucht man hier von Anfang an in der richtigen Kategorie, bekommt man meiner Erfahrung nach sogar bessere Ergebnisse als auf NoMarketPlace.com.

Der eigentliche Sinn der Webseite Amapsys ist allerdings die Überwachung und Beobachtung der Preise von Amazon-Artikeln. Wer häufig bei Amazon einkauft und einen Artikel auch schonmal mehrere Wochen im Einkaufwagen hat liegen lassen, wird bemerkt haben, dass einige Amazon-Artikel starken Preisschwankungen unterworfen sind. Hat man es mit dem Kauf eines bestimmten Produktes nicht eilig, kann es sich auszahlen, diese Schwankungen zu überwachen und erst bei einem Preistief zuzugreifen. Amapsys überwacht die Preise sämtlicher Amazon-Artikel und informiert Benutzer per Email darüber, falls ein beobachteter Artikel eine vorher definierte Schranke unterschreitet.
Den gleichen Service wie Amapsys bietet die Webseite Mein-Wunschpreis.com [3], die aber nur durch ihr ansprechenderes Design punkten kann. In Sachen Verlässlichkeit und Funktionalität ist Amapsys erfahrungsgemäß überlegen.

Was Amazon-Käufer auch regelmäßig beschäftigt, ist die Frage, wie man am günstigsten um die Versandkosten herumkommt: Bekanntermaßen entfallen die Versandgebühren ab einem Bestellwert von 20 Euro. Es gibt nun aber zwei Szenarien, in denen das eine ärgerliche Einschränkung darstellt: Zum einen trifft man auf Amazon häufig auch auf Artikel weit unter der 20-Euro-Marke, die man nicht eben im Geschäft um die Ecke kaufen kann, weil das Amazon-Sortiment einfach konkurrenzlos riesig ist. Im anderen Fall liegen im Warenkorb zufällig gerade Artikel mit einem Wert zwischen 19 und 20 Euro.
Die schon anfangs erwähnte Webseite NoMarketPlace.com bietet für den zweiten Fall den "20€-Auffüller" [4]. Leider wirft diese Suche nach günstigen Artikeln, die die 20 Euro vollmachen sollen, oft Artikel aus, die in Wirklichkeit bereits aus dem Amazon-Sortiment entfernt wurden. Vorzuziehen ist daher vielleicht die Webseite VersandAffe [5], die den gleichen Service etwas verlässlicher erfüllt.
Bei VersandAffe findet man auch eine Lösung für das erste Szenario (Artikel mit Wert weit unter 20 Euro): Hier werden immer die günstigsten Bücher im Amazon-Sortiment gelistet, denn es gilt: Egal, wie gering der Wert der Bestellung (bestehend aus Musik, DVD, VHS, Games und Software) ist - wenn ein Buch darunter ist, entfallen die Versandgebühren. Und Bücher gibt es schon für Preise um einen Euro [6] und man darf ja nicht vergessen, dass man sie auch lesen kann.

Die Versandkosten sparen sich auch Kunden von AmazonPrime [7]: Für 29 Euro kann hier ein ganzes Jahr lang Gratis-Express-Versand genutzt werden. Das beinhaltet insbesondere den Entfall der Versandkosten auch unter 20 Euro und den garantierten Versand zum nächsten Werktag.
Tatsächlich dauert auch der Standardversand von Amazon-Produkten innerhalb Deutschlands nur in Ausnahmefällen mal länger als einen Tag. Nutzt man außerdem den Trick mit dem 1-Euro-Buch für kostenlosen Versand muss man mindestens 30 Bestellungen für unter 20 Euro im Verlaufe eines Jahres tätigen, damit sich AmazonPrime auszahlt. Tatsächlich gibt es natürlich Kunden, die dieses Pensum erreichen, aber in der Regel sollte man sich gut überlegen, ob sich die AmazonPrime-Mitgliedschaft wirklich lohnt.

Zuletzt noch interessantes Wissen über Amazon: Die deutsche Amazon-Webseite wird über Amazon EU S.a.r.l. betrieben - ein Unternehmen mit Sitz in Luxemburg! In Deutschland direkt stehen nur die Versand- und Rücksendezentren (z.B. Bad Hersfeld). Obwohl sich Amazon in der Öffentlichkeit immer einen ziemlich guten Ruf sichern konnte, hat es keine ganz weiße Weste: Verbraucherschützer kritisierten die Durchführung des so genannten Cyber Monday im vergangenen November [8]. Netzaktivisten sahen es nicht gerne, dass Amazon seinen Cloud-Service im Dezember für WikiLeaks sperrte [9]. Und im Januar wurde bekannt, dass eine Sicherheitslücke den unbefugten Zugriff auf Kundenkonten mit einem falschen Passwort ermöglichte [10]. Außerdem gab es schon 2004 Beschwerden deutscher Buchverleger, als Amazon seine Stärke auf dem Markt ausnutzte [11].
Neben dem Versandhandel ist Amazon seit einigen Jahren auch sehr aktiv im neuen Markt des Cloud Computing tätig [12]. Außerdem gehört die große Filmdatenbank "IMDb" [13] zu Amazon. Passend zum Namen Amazon, der an den großen südamerikanischen Fluss Amazonas erinnert, gibt es seit kurzem den Online-Shop Javari.de [14] (benannt nach dem Nebenfluss des Amazonas), der von Amazon betrieben wird, sich auf Schuhe und Handtaschen beschränkt und mit kostenlosem Versand und 365 Tagen Rückgaberecht wirbt.
Zuletzt will ich darauf hinweisen, dass es auf tovotu schonmal einen Artikel zum Thema Amazon gab [15]. Außerdem ist tovotu Teilnehmer am Amazon-Partnerprogramm und verdient unter Umständen Geld, falls Besucher über einen Link auf dieser Webseite auf Amazon.de gelangen und dort einen Einkauf tätigen.

Die Überraschung bei der Sneak ausgetrickst

In zahlreichen deutschen Lichtspielhäusern gibt es jede Woche eine so genannte Sneak Preview. Dabei handelt es sich um die Vorführung eines Films, der erst einige Tage später offiziell erscheinen wird. Weil der Film natürlich vorher nicht offiziell bekannt gegeben wird, spricht man auch vom "Überraschungsfilm".

Diese Sneak Previews fallen zwar mit Eintrittspreisen von 3,50 bis 4,50 Euro in der Regel sehr günstig aus. Man will aber trotzdem vielleicht nicht unbedingt völlig ahnungslos die Katze im Sack kaufen. Außerdem gibt es in vielen Kinos eine Verlosung unter allen, die den Film vor der Vorstellung richtig geraten haben.
Weil die Kinos oft zu großen Ketten gehören und gewisse Filme sich aus marketing-strategischen Gründen einfach anbieten, ist das Repertoire an Filmen, die in den deutschen Lichtspielhäusern zur Sneak laufen, sehr begrenzt. Entsprechend ist die Prognose, welcher Überraschungsfilm gezeigt wird, leichter, als man zunächst denkt.

Zum einen hilfreich ist da, dass auf sneak.de [1] alle Filme mit Sternchen markiert werden, die bereits auf deutscher Leinwand ausgestrahlt wurden. Noch ausgefeilter ist der Service von Score11 [2]. Benutzer berichten hier freiwillig, welche Filme sie in welcher Stadt bereits in einer Sneak Preview gesehen haben. Aus den Statistiken darüber, wann und wie oft der Film zuletzt als Überraschungsfilm lief und wann er erscheinen wird, ergibt sich eine Prognose. Diese kann sogar für jede Stadt und jedes Kino einzeln erstellt werden.

Am vergangenen Donnerstag hat sich die Prognose von Score11 für die Bonner Stern-Lichtspiele (ein CineStar) bewahrheitet: "Four Lions" wurde gezeigt. Ich bin gespannt, ob es zu den kommenden SneakPreviews ähnlich akkurate Prognosen geben wird.

Über den ersten Satz von "Ein Ort für meine Träume" (Frank Federsel)

Vor einiger Zeit veröffentlichte ich an dieser Stelle einen Artikel über Klavierstücke, die schwerer klingen, als sie letztendlich sind [1]. Die Sammlung von damals wurde mit einem Verweis auf Frank Federsel abgeschlossen - ich schrieb, niemand scheine die "unfassbare Einfachheit" seiner Stücke zu begreifen.

Inzwischen hatte ich die Möglichkeit, einen Blick in die Noten von Ein Ort für meine Träume zu werfen und das Stück selbst anzuspielen. Ohne die Kompositionen Federsels schlecht machen zu wollen, werde ich in diesem Artikel den ersten Satz [2] dieser Sonate ein wenig genauer unter die Lupe nehmen. Die Zeitangaben beziehen sich auf das verlinkte YouTube-Video

Die ersten dreieinhalb Minuten lassen eine klassische Sonatenhauptsatzform vermuten. Die Einleitung bis 0:30 erinnert entfernt an Mozarts Fantasie in d-moll [3], diese Art von Arpeggio dürfte aber wohl in vielen Stücken anzutreffen sein.
Als Exposition könnte man die Passage bis 1:49 verstehen: Hier tritt ein Thema A auf (0:33 - 0:56), das direkt wiederholt wird. Ein mehr oder weniger stark kontrastierendes Thema B schließt sich direkt an (1:28 - 1:49). Beide Themen sind in der klassischen Periode mit Vorder- und Nachsatz komponiert. Dass die Exposition nicht wiederholt wird, ist keine nennenswerte Abweichung von der Regel.
Im Nachfolgenden Durchführung und Reprise klar voneinander zu trennen fällt schwer. Thema A tritt - unterbrochen von einem Zwischenspiel - in zwei neuen Tonarten auf (zuerst bis 2:13, dann 2:42 - 3:03). Danach werden die Themen A und B bis 3:32 in wieder anderen Tonarten leicht variiert.
Bis hierhin ist alles ganz konventionell konzipiert. Wären Durchführung und Reprise weniger miteinander verschmolzen, hätte man das Stück an dieser Stelle beenden können.

Es schließt sich aber ein ziemlich freies Zwischenspiel an, in dem eine Melodie anklingt, die vielen Hörern aus dem Film "Herr der Ringe" (In Dreams [4]) bekannt sein dürfte (3:48 - 3:54). Wer genau hinhört, erkennt, dass es sich außerdem um eine rhythmische Variation des Themas B handelt. Ist etwa das gesamte Thema B besagter Filmmusik entlehnt?

Ab 5:10 wird ein neues Thema C eingeführt, dessen Ähnlichkeit zu dem berühmten Thema aus Beethovens "Sturm"-Sonate (Nr. 17), 3. Satz [5], verblüffend ist. Was sich ab 5:36 anschließt, kann seine Ähnlichkeit zu einem Motiv aus Beethovens Mondschein-Sonate, 3. Satz ([6] ab 1:04), nicht ganz verbergen. Zu diesem Thema D1 gehört noch ein Thema D2 (6:01 bis 6:39), dessen musikalische Konzeption an Mozarts Sonate Nr. 14, Satz 1 ([7] ab 0:50), erinnert.
Ähnlich wie im ersten Teil des Stückes wird jetzt Thema C in zwei neuen Tonarten wiederholt: erst bis 6:57 und dann nach einem ziemlich fantasielosen Übergang erneut bis 7:13. Ebenfalls in neuer Tonart präsentieren sich daraufhin die Themen D1 (bis 7:40) und D2 (bis 8:23), letzteres in leichter Variation.
Eine Wendung zum Schluss leitet die übertrieben ausgeschmückte Variation von Thema C ab 8:30 ein. Nach einem rhythmisch an moderne Pop-Songs erinnernden Ausklang (8:45 - 9:05) schließt eine melancholische Coda das Stück ab.

Insgesamt wirken die 10 Minuten etwas wahllos zusammengepflückt. Vier bzw. fünf Themen - je nach Zählweise (A,B,C,D1,D2) - sind in dieser Kombination zu viel. Ich hätte statt der langweiligen Transpositionen mehr Variationen erwartet. Dass sich der Komponist mit freien Variationen schwer zu tun scheint, kommt aber auch in den etwas missglückten Zwischenspielen zum Vorschein. Das ist schade, wenn man bedenkt, dass er sich bereits bei der klanglichen Konzeption der Themen selbst an bereits existierenden Stücken orientiert zu haben scheint.
Beim Spielen ist mir außerdem aufgefallen, dass einige Rhythmuswechsel und rhythmische Überlagerungen, hohe Tonlagen, Überkreuzstellung der Hände sowie der häufige Vorzeichenwechsel wie Schikane gegen Klavieranfänger wirken. Wirklich anspruchsvoll wird das Stück dadurch allerdings nicht.

Die Noten des gut 10 Minuten dauernden Satzes werden über das Internet für stolze 17 Euro vertrieben [8] und umfassen 15 DIN-A4-Seiten. Die musikalische Qualität rechtfertigt diesen Preis meiner Meinung nach nicht. Man sollte sich selbst überlegen, ob man so viel Geld dafür ausgeben will.
Bei vielen klassischen Klavierstücken findet man erst richtig gefallen an der Musik, wenn man sie selbst spielt. Bei diesem Stück verlor ich die Lust, nachdem ich es einmal von vorne bis hinten vom Blatt gespielt hatte.
Hätte Federsel die ständigen Wiederholungen in anderen Tonarten ausgespart, würde dieses Stück ein wunderbares Übungsstück für Anfänger abgeben: Es klingt nett (immerhin sind motivische Ideen großen Meisterwerken von Mozart und Beethoven ähnlich, um nicht zu sagen "entnommen") und enthält viele verschiedene rhythmische, melodische und harmonische Konzepte. Durch die Transpositionen und die übertriebene Gesamtlänge würde dieses Stück allerdings eher zum Geduldsspiel für einen Anfänger.

Ass im Ärmel: Schnellsuchen und -zugriffe mit Schlüsselwörtern in Firefox

Es gibt in Firefox schon seit längerer Zeit eine bemerkenswerte Möglichkeit, über Schlüsselbegriffe auf Lesezeichen zuzugreifen und so sogar das Suchfeld rechts oben komplett überflüssig zu machen. Diese Funktion erhält viel zu wenig Aufmerksamkeit: Google Chrome und Opera stehen nämlich fälschlicherweise im Ruf, Eingaben über die Adressleiste viel effizienter zu interpretieren. Im Folgenden beschreibe ich also, wovon ich spreche und wie man es benutzt.

Mit einem Rechtsklick auf ein beliebiges Lesezeichen geht es los. Im sich öffnenden Kontextmenü wählt man "Eigenschaften" (Bild rechts) und es öffnet sich sogleich eine kleine Dialogbox zum Bearbeiten des Lesezeichens. Wie im Bild links zu sehen, ist für unsere Zwecke das Feld "Schlüsselwort" entscheidend. Dieses kann bei Bedarf sogar nur aus einem einzigen Buchstaben bestehen (z.B. g für Google oder w für Wikipedia) und wird - eingegeben in die Adresszeile - stets mit diesem Lesezeichen verknüpft.

Wir wählen "to" für tovotu und können ab jetzt direkt mit diesem Schlüsselwort über die Adresszeile die tovotu-Startseite aufrufen:

Wenn wir das Lesezeichen nochmal bearbeiten und im Feld "Adresse" eine bestimmte URL auswählen, in der wir an der richtigen Stelle "%s" einfügen (siehe Bild links), so können wir mit unserem Schlüsselwort und einem darauf folgenden Suchbegriff in Zukunft direkt auf der Seite suchen.

Weitere nützliche Lesezeichen, die auch die Schnellsuchfunktion unterstützen, habe ich im folgenden aufgelistet. Das Kürzel "%s" ist bereits jeweils an der richtigen Stelle eingesetzt:

Tovotu-Suche: http://tovotu.de/index.php?s=%s
Google-Suche: http://www.google.com/search?q=%s
Wikipedia-Suche: http://de.wikipedia.org/wiki/%s
Amazon-Suche: http://www.amazon.de/s/?url=search-alias%3Daps&field-keywords=%s
Geizhals-Suche: http://geizhals.at/deutschland/?fs=%s
Leo-Suche: http://dict.leo.org/ende?lang=de&lp=ende&search=%s

Legt man also ein Lesezeichen "Google-Suche" mit dem Schlüsselwort "g" an (wo man das ablegt, ist übrigens ganz egal) und verwendet dabei obige Adresse, so kann man in Zukunft ganz einfach eine Google-Suche starten, indem man im Adressfeld "g Mein Suchbegriff" eingibt. Das rentiert sich richtig, wenn man noch weitere Schlüsselwörter (etwa Wörterbuchsuche bei Leo, Produktsuche bei Geizhals oder Artikelsuche bei Wikipedia) anlegt. Wählt man jeweils nur einen Buchstaben als Schlüsselwort, ist es auch keine große Anstrengung, das Schlüsselwort im Gedächtnis zu behalten. Schneller geht's wirklich nicht mehr - da kann auch das Suchfeld oben rechts nicht mithalten und auf die richtige Interpretation der Eingabe durch z.B. Google Chrome muss man sich ebensowenig verlassen.

    17.03.2011 12:40 - Tags: Internet Computer

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    Sind Apple-Anhänger zu unkritisch?

    Was sich Apple auch für Patzer leistet, es gibt immer eine riesige Horde von Jüngern, die laut "Na und?" rufen. Als von den Suiziden zahlreicher Mitarbeiter des chinesischen Auftragshersteller Foxconn, der auch für Apple produziert, berichtet wurde [1], hieß es, andere Hersteller produzierten unter ähnlich schlechten Umständen. Und das macht solche Menschenrechtsverletzungen also besser?

    Dass in Zukunft sogar MacBooks ohne Flash ausgeliefert werden [2], konnte die Apple-Anhänger ebensowenig beeindrucken: Steve Jobs habe das ja schon für iPhones und iPads durchgesetzt und Flash sei ja überhaupt sowieso böse. Die Bevormundung der Benutzer wird dadurch allerdings nicht weniger drastisch.

    Im Januar wurde der unter Linux und Windows beliebte VLC-Player aus Apples AppStore entfernt [3]. Natürlich wunderte sich auch darüber niemand, schließlich habe ein VLC-Entwickler höchst persönlich im vergangenen November auf die Unstimmigkeiten zwischen der Softwarelizenz des VLC-Players und den Bestimmungen des AppStores hingewiesen. Warum hinterfragt niemand die Bestimmungen des AppStores, wenn sie mit einer so harmlosen Lizenz wie der GPL im Widerspruch stehen?

    Und nun schon wieder: Der Opera-Browser erscheint im AppStore als einzige Alternative zum Standardbrowser Safari für iOS. Dass die unter Linux und Windows beliebte Browsersoftware mit dem Schriftzug "ab 17 Jahren" gebrandmarkt wird [4], soll jetzt also auch nicht weiter bedenklich sein. Schließlich erhalten alle Apps mit Internetzugriff diese Anmerkung. Ist Schubladendenken seit neuestem eine berechtigte Ausrede?

    Mir scheint diese ewige "Unkritik" und das blinde Unter-den-Tisch-Kehren ein wesentlicher Bestandteil der Apple-Kontroverse. Auf Seiten der Apple-Liebhaber ist jede Schwäche sofort bereinigt, wenn man nur eine hinreichend platte Ausrede auftreiben kann. Es ist ganz verständlich, dass sich Kritiker davon gekränkt geben. Eine zivilisierte Diskussionskultur gibt es bei dieser Thematik offenbar schon lange nicht mehr.

    04.03.2011 11:07 - Tags: Internet Meinungen

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