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Schlagwort "Filme"

Bayern bei Regisseur Rosenmüller: Sommer der Gaukler

Dass es der Bayrische Rundfunk bisweilen schafft, wirklich unterhaltsames Kino zu machen, durfte ich bereits vor einem knappen halben Jahr überrascht feststellen, als ich "Sommer in Orange" [1] in einer Sneak Preview [2] zu sehen bekam.
Die Handlung dieses Films dreht sich um eine Gruppe so genannter Neo-Sannyas - eine spirituelle Bewegung, die zu Meditation, Leben in Kommunen und orangener Kleidung auffordert.  Anfang der 1980er Jahre entschließt sich diese Gruppe aus Berlin dazu, ein spirituelles Therapiezentrum in einem kleinen bayrischen Dorf zu gründen. Die Integrationsprobleme der Großstädter werden mit besonderem Fokus auf die zur Gruppe gehörenden zwei Kinder teilweise etwas albern, aber im Großen und Ganzen gelungen in Szene gesetzt.

Marcus H. Rosenmüller, der schon bei "Sommer in Orange" Regie führte, bringt am kommenden Donnerstag, 22. Dezember, einen weiteren Film in die deutschen Kinos, der sich wieder fast vollständig um ein kleines bayrisches Dorf dreht:
Die Handlung von "Sommer der Gaukler" [3] spielt 200 Jahre früher als "Sommer in Orange": Im Jahre 1780 verschlägt es den Schauspieler und Regisseur Emanuel Schikaneder (1751-1812, bekannt als Librettist der "Zauberflöte"), der in vielerlei Hinsicht dem Piraten Jack Sparrow (Johnny Depp) aus Fluch der Karibik ähnelt, zusammen mit seiner Schauspielgruppe in ein bayrisches Bergdorf, nachdem ihm die Genehmigung, in Salzburg aufzutreten, verwehrt worden ist. Große finanzielle Schwierigkeiten und ein allgemeiner Unmut innerhalb der Gruppe führen dazu, dass der exzentrische Schikaneder von einigen seiner Schauspieler verlassen und von seiner Ehefrau betrogen wird. Als Schikaneders Gruppe anlässlich der Verlobung des Dorfrichters auftreten soll, rüstet sich gerade eine Meute von unzufriedenen Minenarbeitern zum Aufstand gegen den reichen Bergwerksbesitzer und die Situation eskaliert. Durch eine Reihe von Zufällen spielt dabei auch das junge Musikgenie Wolfgang Amadeus Mozart eine reichlich absurde Rolle als enthusiastischer Förderer Schikaneders.

Auf diesen bemerkenswert komischen Film, der auf einem Roman von Robert Hültner [4] basiert und wieder vom Bayrischen Rundfunk (in Kooperation mit ORF) gefördert wurde, stieß ich völlig unerwartet vorgestern in der Sneak Preview - ich kann behaupten, dass der Film auch ziemlich gut beim (in diesem Kino traditionell eher studentischen) Publikum ankam.

Es lohnt sich, einige weitere Worte über "Sommer der Gaukler" zu verlieren: Ein ähnlich hässliches Filmplakat hat man selten gesehen (siehe Artikelbild - es spottet wirklich jeder Beschreibung). Der eher abschreckende Trailer ist ein liebloser Zusammenschnitt aus unzähligen winzigen Fetzen des Films. In der Filmmusik finden sich unerklärliche Anklänge an bekannte Melodien aus Star Wars.

Die Handlung wird von zumeist historischen Personen an realen Schauplätzen ausgetragen und überraschenderweise ist die Abweichung von der damaligen Realität gar nicht so groß, wie man angesichts der überzogenen Albernheiten vermuten würde.
Die uns überlieferten, häufig obszönen und ausgesprochen albernen Briefe des jungen Mozart zusammen mit seiner legendären Genusssucht lassen vermuten, dass er in seiner späteren Jugend dem im Film dargestellten Weiberheld gar nicht so fern gewesen ist. Ob er noch 1780 mit 24 Jahren - bereits nach dem Tod seiner Mutter - in dieses Bild passte, ist natürlich fragwürdig. Im Film tritt er ohnehin eher als etwa 20jähriger in Erscheinung.

1780 gastierte der inzwischen verheiratete Schikaneder mit seiner Schauspielgruppe tatsächlich in Salzburg und lernte dort Vater und Sohn Mozart kennen. Führt man sich vor Augen, dass Schikaneder bei der Uraufführung der "Zauberflöte" 1791 die Figur des reichlich albernen Papageno selbst übernehmen wollte und auch sonst für übertriebene Effekte und Pomp bekannt war, erscheint das von ihm in "Sommer der Gaukler" entworfene Bild außerdem gar nicht so unrealistisch.
Die alberne Kombination aus Mozart und Schikaneder, wie sie im Film dargestellt wird, ist natürlich reichlich konstruiert und insbesondere hat keine Begegnung zwischen den beiden außerhalb von Salzburg im Jahre 1780 stattgefunden - schon gar nicht in jenem Bergdorf.
Diese Umstände tun dem Spaß am Film "Sommer der Gaukler" freilich keinen Abbruch, sondern ganz im Gegenteil ist es gerade die Mischung aus Realitätsnähe und unerhörter Überzogenheit, die maßgeblich für die Komik im Film verantwortlich ist.

Im Mai dieses Jahres hatte der Bayrische Rundfunk übrigens mit "I Phone You" [5] einen deutlich weniger lustigen Film veröffentlicht, den ich damals ebenfalls in der Sneak Preview zu sehen bekam. Hier waren der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) sowie die Filmförderung Hamburg-Schleswig-Holstein beteiligt und die Handlung spielte sich im Berlin der Gegenwart ab (Rosenmüller war an diesem Film nicht beteiligt). Mit einem netten Verriss ist es Ende Mai wenigstens Zeit Online gelungen, doch noch etwas Komisches aus dem Film herauszuholen [6].

17.12.2011 19:04 - Tags: Filme

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Die Überraschung bei der Sneak ausgetrickst

In zahlreichen deutschen Lichtspielhäusern gibt es jede Woche eine so genannte Sneak Preview. Dabei handelt es sich um die Vorführung eines Films, der erst einige Tage später offiziell erscheinen wird. Weil der Film natürlich vorher nicht offiziell bekannt gegeben wird, spricht man auch vom "Überraschungsfilm".

Diese Sneak Previews fallen zwar mit Eintrittspreisen von 3,50 bis 4,50 Euro in der Regel sehr günstig aus. Man will aber trotzdem vielleicht nicht unbedingt völlig ahnungslos die Katze im Sack kaufen. Außerdem gibt es in vielen Kinos eine Verlosung unter allen, die den Film vor der Vorstellung richtig geraten haben.
Weil die Kinos oft zu großen Ketten gehören und gewisse Filme sich aus marketing-strategischen Gründen einfach anbieten, ist das Repertoire an Filmen, die in den deutschen Lichtspielhäusern zur Sneak laufen, sehr begrenzt. Entsprechend ist die Prognose, welcher Überraschungsfilm gezeigt wird, leichter, als man zunächst denkt.

Zum einen hilfreich ist da, dass auf sneak.de [1] alle Filme mit Sternchen markiert werden, die bereits auf deutscher Leinwand ausgestrahlt wurden. Noch ausgefeilter ist der Service von Score11 [2]. Benutzer berichten hier freiwillig, welche Filme sie in welcher Stadt bereits in einer Sneak Preview gesehen haben. Aus den Statistiken darüber, wann und wie oft der Film zuletzt als Überraschungsfilm lief und wann er erscheinen wird, ergibt sich eine Prognose. Diese kann sogar für jede Stadt und jedes Kino einzeln erstellt werden.

Am vergangenen Donnerstag hat sich die Prognose von Score11 für die Bonner Stern-Lichtspiele (ein CineStar) bewahrheitet: "Four Lions" wurde gezeigt. Ich bin gespannt, ob es zu den kommenden SneakPreviews ähnlich akkurate Prognosen geben wird.

Atmosphäre, Herz und kunstvolle Raffinesse im Doppelpack

Im heutigen Artikel stelle ich gleich zwei Filme vor, die eines gemeinsam haben: Sie standen bereits seit mehreren Jahren bzw. schon seit kurz nach ihrer Veröffentlichung ganz oben auf der Liste der Filme, die ich mir unbedingt mal anschauen wollte. Trotzdem ergab es sich erst vor wenigen Tagen und Wochen, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Ich spreche zum einen von dem 2006 veröffentlichten Film "Babel" [1], wo ein kunstvolles Netz über den ganzen Globus dargestellt wird, das die unterschiedlichsten Menschen und Schicksale miteinander in Verbindung bringt. Verschiedenste Handlungen bedingen sich gegenseitig. Dabei wird innerhalb des Films dargestellt, wie das gedankenlose Verhalten zweier marokkanischer Hirtenjungen im Umgang mit einer Schusswaffe den Urlaub und die Gesundheit eines jungen US-amerikanischen Ehepaares in eine prekäre Lage versetzen. Währenddessen geschehen in Japan und den USA Dinge, die nicht durch diese zentrale Handlung bedingt, aber dennoch mit ihr verknüpft sind. Die Handlung in Japan dreht sich um die Tochter eines Geschäftsmanns und ehemaligen Jägers, der vor vielen Jahren das Gewehr nach Marokko gebracht hat, mit dem die genannten Jungen Unfug während des Films Unheil anrichten - hier liegt die kausale Beziehung zur Haupthandlung also vor der Erzählzeit - und in den USA vollziehen sich Dinge um die zurückgelassenen Kinder und das Kindermädchen des genannten Ehepaares. Es ist abzusehen, dass die Haupthandlung in Marokko - das unglückliche Schicksal des Ehepaars - in der Zukunft, also diesmal nach der Erzählzeit, den Fortgang dieser Handlung bedingen wird.
Neben der Tatsache, dass die filigrane Vernetzung der Rahmenhandlungen mit der Haupthandlung unglaublich aufregend ist, stellt auch jede der einzelnen Handlungsstränge einen äußerst brisanten und höchst spannenden Konflikt dar, was diesen Film zu einem atemberaubenden sowie herzergreifenden Schauspiel werden lässt.

Der zweite Film, von dem an dieser Stelle die Rede sein soll, ist "Schmetterling und Taucherglocke" [2]. Der Zuschauer erlebt es hier hautnah mit, wie der Chefredakteur einer französischen Modezeitschrift im besten Alter eines Tages aus dem Koma erwacht und sich in der tragischen Situation befindet, die der Mediziner als "Locked-In-Syndrom" bezeichnet: Im Stande, alles um sich herum wahrzunehmen und zu reflektieren, ist er doch unfähig, irgendeinen Teil seines Körpers zu bewegen - abgesehen von seinem linken Augenlid, das er nach einigen Tagen der verzweifelten Resignation als Kommunikationsmittel zu verwenden lernt.
Die titelgebende Metapher, er sei wie ein Taucher in einer steifen und kalten Taucherglocke abgeschlossen von der Außenwelt, während ihm Hilfe zukommt von einer jungen Logopädin, die ihm in ihrer Freiheit und Schönheit unerreichbar wie ein Schmetterling vor den Augen umherflattert, wird leitmotivisch in vielen Szenen direkt und subtil umgesetzt.
"Schmetterling und Taucherglocke" ist ein sehr emotionaler, aber auch zum Nachdenken anregender und bemerkenswert kunstvoller Film, der weniger Spannung als Babel bereitet, dafür aber umso mehr Wirkung auf emotionaler und geistiger Ebene zeigt.

15.10.2010 23:35 - Tags: Filme

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Humor in der Altenheimromantik

Am vergangenen Mittwoch, 3. Februar, wurde auf ARD eine TV-Filmkomödie mit dem Titel "Die Spätzünder" [1] ausgestrahlt. Es geht darin um den Gitarrenspieler Rocco, Anfang 40, der seinen Lebensunterhalt als Pflegekraft in einem kleinen privaten Wohnheim für alte Damen und Herren verdient. Als er eines Tages aus seiner Band geworfen wird, greift er den Vorschlag einer Freundin auf, mit den Bewohnern des Pflegeheims eine neue Band zu gründen. Leider findet die unsympathische Heimleiterin die Idee überhaupt nicht gut und feuert ihn sofort. Die alten Leute vermissen Rocco und richten sich deshalb in einem benachbarten Schuppen ein, in dem sie nachts heimlich mit ihm proben können. Ihr Ziel ist ein großer nationaler Bandcontest. Beim Dreh des Bewerbungsvideos werden sie von der Heimleitung erwischt und die zeigt Rocco diesmal sogar bei der Polizei an. Das Video gerät auf Umwege tatsächlich ins Internet und die Band wird berühmt. Den Bandwettbewerb gewinnen "Rocco und die Herzschrittmacher" natürlich auch und am Ende ist alles Friede, Freude, Eierkuchen, als die Rentner mit ihrem hippen Gitarristen im Tourbus von dannen fahren.

Der erste Gedanke, der mir angesichts dieser Handlung kam, war: Da hat Rocco aber ziemlich Glück mit seinen alten Freunden gehabt. Nach meinem Pflegepraktikum in einem Fuldaer Altenwohnheim hatte ich einen ganz anderen Eindruck von der Atmosphäre in einer solchen Wohnstätte. Aufständisch oder derart aktiv waren da nur wenige und einen "Drachen" wie die Heimleitung im Film bekam ich auch nicht zu Gesicht.

Die Konstellation von dieser "Altenheimromantik", unterdrückt von einer gnadenlosen Heimleitung scheint schon älter zu sein. Ich kam zum Beispiel bei der Lektüre von "Cloud Atlas" [2] mit ihr in Berührung. Dort war die Thematik aber weitaus ironischer behandelt worden und schien daher gewollt unrealistisch zu sein.

Ebenso humorvoll wurde das Thema Altenheim schon mehrfach in den Simpsons behandelt. Insbesondere in der Folge vom 31. Januar (Erstausstrahlung USA) aus der 21. Staffel gelingt es Lisa, die Stimmung in Grampas Wohnheim durch den Kauf einer "Funtendo Zii" zu heben. Die Heimleitung beseitigt das Gerät aber schon bald wieder, als sie merkt, dass die alten Leute plötzlich vor Lebensenergie sprühen und daher viel schwieriger unter Kontrolle zu halten sind.

Im ARD-Programm wirkt der Film, als habe man versucht, das große Rentnerpublikum mit den jüngeren Zuschauern auf einen Nenner zu bringen. Entstanden ist dabei ein sehr verklärter, kitschiger, aber doch eigentlich unterhaltsamer TV-Film - das muss man den "Spätzündern" einräumen. Allerdings kann das Filmchen in der Umsetzung dieser schon viel verwendeten Idee bei weitem nicht mit anderen Ansätzen (wie denen in Cloud Atlas und in den Simpsons) Schritt halten.

[1] imdb.de/title/tt1450151
[2] tovotu.de/archiv/420-Tol...pt-mit-kritikwrdigem-Thema
[3] en.wikipedia.org/wiki/Million_Dollar_Maybe

    Der Mythos von der antiken Galeerenstrafe

    Als ich neulich eine Kritik zu William Wylers Ben Hur (1959) [1] las, stieß ich auf eine sehr interessante Aussage über den Begriff der Galeerenstrafe.

    Ben Hur ist ein Film, der auf dem gleichnamigen Roman von Lew Wallace basiert. Die Handlung spielt zu Beginn des ersten nachchristlichen Jahrhunderts.
    In einer Sequenz des Films wird die Hauptperson Judah Ben Hur zur "Galeerenstrafe" verurteilt, was ihn dazu zwingt, für ziemlich lange Zeit auf einem römischen Schiff zu rudern. Er ist, wie die vielen anderen Verurteilten, an seine Ruderbank gekettet und wird unter Peitschenhieben und Trommelschlägen auf unerbittliche Weise zur körperlichen Verausgabung gezwungen.

    Diese Vorstellung von antiken Ruderbooten ist auch in den bekannten Asterix-Comics zu finden. Dort gibt es einen, der gelangweilt auf einer Trommel den Rudertakt schlägt und einen weiteren, der die rudernden Sklaven mit Peitschenhieben motiviert. In einem Asterix-Band befreit beispielsweise Spartakis diese Sklaven und zettelt mit ihnen einen Sklavenaufstand an (in Anlehnung an den historischen Spartakus).

    In der Kritik, die ich zu Ben Hur gelesen habe, wirft man dem Film in puncto Galeerenstrafe historische Ungenauigkeit vor. Tatsächlich habe eine solche Strafe in der Antike gar nicht existiert. Unter Berufung auf ein Buch des Historikers Marcus Junkelmann [2] wird diese Kritik untermauert: Ein Ruderboot sei äußerst schwer zu kontrollieren gewesen und man habe sich daher in der Antike auf professionelle und bezahlte Ruderer verlassen.

    Der Wikipedia-Artikel über "Galeerenstrafe" [3] bestätigt diese Ansicht und nennt dabei eine andere Quelle: Der amerikanische Altphilologe Lionel Casson, der im vergangenen Jahr verstorben ist, hatte sich unter anderem mit diesem Thema auseinandergesetzt.

    Als ich das erfahren hatte, informierte ich mich näher über die Antiken Ruderschiffe und über die Begriffe "Galeerenstrafe" und "-sklave" im Allgemeinen. Mein elektronischer Duden [4] konnte den Begriff "Galeere" zunächst auf italienische und mittellateinische Begriffe zurückführen, die ursprünglich von dem griechischen Wort für "Schwertfisch" abstammen. Er wusste aber auch, dass der Begriff frühestens auf das Mittelalter datiert werden kann. In der Antike kann es aus sprachlicher Sicht also gar keine "Galeerenstrafe" gegeben haben.
    Der neue Pauly wusste, dass das Rudern in der Antike eine sehr angesehene Sportart war - sowohl in Griechenland als auch in Rom. Sklaven und Sträflinge hätten schlecht in dieses Bild gepasst.

    Als Problem bei meiner Recherche stellte sich nach kurzer Zeit heraus, dass kaum Quellen existierten, die ausdrücklich die Existenz einer antiken Galeerenstrafe abstritten. Allerdings gab es auch keine Quelle, die sich dafür ausgesprochen hätte. Man ging eher gar nicht darauf ein, von wem die Schiffe damals gerudert wurden. Im "Geschichtsforum" fand sich eine Diskussion [5] zu dem Thema, die zu dem Schluss kam, dass Quellen zwar schwer zu beschaffen sind, aber dennoch von einer Galeerenstrafe in der Antike nicht ausgegangen werden kann.

    Eine Galeerenstrafe existierte aber durchaus - nur eben nicht in der Antike: Zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert hat man politische Feinde, Verbrecher und Sklaven die harte Ruderarbeit auf den nunmehr deutlich größer gewordenen Galeeren verrichten lassen. Durch neue Technik, die die Kopplung der einzelnen Ruder bewerkstelligte, erforderte diese Tätigkeit auch keine besondere Ausbildung mehr. In diesen geschichtlichen Kontext passen auch alle grausam anmutenden Beschreibungen von Ruderern, die ausgepeitscht wurden und ihre Plätze wochen- und monatelang nicht verlassen durften.

    Es sollte jetzt klar geworden sein, dass diese Vorstellung von der Antike ein Klischee ist, das nicht durch moderne Geschichtsforschung bestätigt werden kann.
    Ähnlich sieht es übrigens mit den berühmten ägyptischen Pyramiden aus. Die wurden nämlich auch nicht von Sklaven, sondern von bezahlten Freiwilligen errichtet [6].


    [1] de.wikipedia.org/wiki/Ben_Hur_%281959%29
    [2] amazon.de/gp/product/380...54&creativeASIN=3805329059
    [3] de.wikipedia.org/wiki/Galeerenstrafe
    [4] tovotu.de/archiv/374-Sharp-PWE510--Videobeitrag
    [5] geschichtsforum.de/f14/g...e-neuzeit-und-antike-19296
    [6] the-egypt.com/egdamals/menschen09_sklave.htm

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