Mein Notebook [1] hat einen
eSATAp-Anschluss. Was ist das eigentlich? Innerhalb
eines Computers sind Festplatten mit so genannten
SATA-Kabeln an das Motherboard zum Datenaustausch mit
Arbeitsspeicher, Prozessor und all den anderen
wichtigen Komponenten angeschlossen. Diese Kabel
ermöglichen sehr schnelle Datenübertragung, können
außerhalb des Gehäuses die weit verbreiteten
USB-Kabel aber vor allem aus drei Gründen nicht
ersetzen: Nach 50 "Steckzyklen" (Stecker rein und
wieder raus) ist der Stecker und womöglich auch die
Buchse verschlissen; außerdem sind SATA-Kabel nicht
geschirmt (sie haben keine schützende Umhüllung gegen
elektromagnetische Strahlung usw.); und schließlich
kann über SATA-Kabel kein Strom übertragen werden -
eine externe Fesplatte bräuchte einen zusätzlichen
Stromanschluss, wenn sie mit SATA angeschlossen würde.
Mit eSATA wurde eine Standard festgelegt, der so
schnell wie SATA, aber geschirmt ist und 5000
Steckzyklen aushält.
Nicht zuletzt aus Platzgründen kam man vor ein paar Jahren auf die Idee, eine eSATA-Buchse mit einer USB-Buchse zu kombinieren. Der positive Nebeneffekt war, dass diese Buchse auch Strom liefern konnte, was reine eSATA-Buchsen bislang nicht vermochten. Dieser neue Anschluss erhielt den Namen Power-over-eSATA oder kurz: eSATAp.
Um zum Anfang zurückzukehren: Mein Laptop verfügt
über einen solchen eSATAp-Anschluss und es wäre ja
schade, wenn ich ihn nicht verwenden würde. Also
entschloss ich mich kurzer Hand zum Kauf einer externen
2,5-Zoll-Festplatte mit eSATAp-Anschluss. Viel Auswahl
gibt es da im Moment allerdings nicht. Neben einem
qualitativ vielleicht nicht überragenden Modell von
Verbatim [2] gibt es noch die
Premium-Variante von LaCie, für die man aber leider
über 120 Euro abdrücken muss [3].
Der unbekannte, drittklassige
Computerzubehör-Hersteller DeLOCK stellt schon seit
längerer Zeit Peripherie-Geräte mit eSATAp-Anschluss
her. Darunter auch das "2,5 Inch External enclosure
SATA HDD > Power over eSATA", ein
Festplattengehäuse für unter 25 Euro [4], das mit
dem gefragten Anschluss ausgestattet ist. Kombiniert
mit einer Samsung HM500JI [5] kam ich auf einen
Gesamtpreis von unter 80 Euro.
DeLOCK ist kein bekannter Hersteller und ich würde ihn
auch nicht vom ersten Eindruck her in eine Reihe mit
RaidSonic, Western Digital oder Seagate einordnen.
Allerdings haben Produkte dieses Herstellers schon gut
in diversen Tests abgeschnitten und tatsächlich war
ich positiv überrascht, als ich den Produktkarton
öffnete: Zum einen macht schon der Produktkarton mit
Magnetverschluss einiges her - wenn auch nicht von
Seiten des Bedruckungsdesigns. Zum anderen lagen dem
stabil wirkenden Alu-Gehäuse neben einer billigen
Kunstlederhülle auch ein Y-USB-Kabel, ein eSATAp-Kabel
und Schräubchen samt passendem Schraubenzieher bei.
Die Festplatte wird tatsächlich mit vier kleinen
Schräubchen fixiert und die Stabilität des Gehäuses
mit zwei weiteren Schräubchen garantiert. Das macht
einen soliden Eindruck. Eine große Status-LED weist
vertrauenserweckend auf die Bereitschaft der Festplatte
hin und tatsächlich: Unter Fedora 13 wird die externe
Festplatte über den eSATAp-Anschluss ohne weiteres
erkannt und die Daten können ohne weitere
Konfiguration hin- und herrasen. Einziges Manko ist,
dass eSATA-Kabel generell ziemlich dick (breit) und
starr sind. Das etwa 50 cm lange Kabel wirkt daher
etwas sperrig. Man sollte übrigens auch von der
beigelegten Kunstlederhülle nicht allzu viel erwarten.
Bilder vom Gehäuse gibt es mit Klick auf das
Artikel-Bild!
Ich erstellte also eine große logische Partition auf der Fesplatte, formatierte in NTFS und startete meinen Laptop mit der SystemRescueCD (von einem USB-Stick). Ein Komplett-Backup meiner SSD benötigte nur gut 42 Minuten:
$ dd if=/dev/sda bs=64K >
/media/esata/fedora.img
128035676160 bytes (128 GB) copied, 2532.31 s, 50.6
MB/s
Die Geschwindigkeit lässt sich sehen:
2,5-Zoll-Festplatten haben einen durchschnittlichen
Datendurchsatz von 50 bis 60 Megabyte pro Sekunde. Das
heißt, die Übertragungsrate des eSATAp-Kabels hat der
Platte vermutlich viel abverlangt. Deutlich höhere
Übertragungsraten sind theoretisch möglich und mit
einem externen SSD-Speicher werden in Tests
tatsächlich bis zu 160 MByte pro Sekunde erreicht [6].
Zur verbauten Festplatte lässt sich sagen, dass sie
zwar nach den 42 Minuten Dauerbelastung eine
beachtliche Temperatur erreichte, sich aber rundum
flüsterleise verhält. Von Samsung-Festplatten hört
man generell ja nur Gutes und für den Notfall gibt der
Hersteller auch großzügige 3 Jahre Garantie auf seine
Festplatten.