Es ist Sommer, Ende Juni,
in den frühen Abendstunden: Die Schatten beginnen lang
zu werden, aber unter der Markise auf meiner Terrasse
ist es noch angenehm warm; in der Sonne ist es gar
nicht auszuhalten. Ich sitze auf einem bequem
gepolsterten Gartenstuhl vor einem runden Gartentisch,
auf dem ein seriöser, schwarzer Laptop steht: ein
ThinkPad T400s von Lenovo (Modell-Nr. 2808-D9G).
Auf dem entspiegelten Display erkennt der
Computer-Kenner eine Gnome-Oberfläche und bei genauem
Hinschauen wird der ein oder andere vielleicht auch des
kleinen Fedora-Logos in der linken oberen Ecke gewahr.
Ja, ganz richtig: auf diesem ThinkPad tummelt sich ein
Fedora in der dreizehnten Version (das ist eine der
großen Linux-Distributionen).
Mit dem neuen Laptop habe ich mich mal richtig in
Unkosten gestürzt. Allerdings muss ich zugeben, dass
der aktuelle Neukauf-Preis eines ThinkPads T400s mit
den gewünschten Ausstattungsmerkmalen meinen
finanziellen Rahmen überstrapaziert hätte. Mit SSD,
Webcam, WWAN (UMTS,GSM,GPS) und 4GB RAM schlagen die
nämlich mit über 1700 Euro zu Buche. Und die Angebote
für Lehre und Forschung ("Studentenrabatt") umfassen
nur die neuere Modellreihe T410s und sind daher kaum
billiger [1].
Einen günstigeren Preis erhielt ich, weil ich ein
Gerät aus dem internationalen Demopool von Lenovo
kaufte. Lenovo leiht seine Laptops nämlich kostenlos
und unverbindlich für einen kurzen Zeitraum an
Unternehmen, damit die testen können, ob die Laptops
für ihren Einsatzzweck geeignet sind. Die Laptops
kommen danach zu Lenovo zurück. Um aus diesen
"Gebrauchtgeräten" noch Geld zu machen, werden sie (in
Deutschland) über den Online-Händler NBWN verkauft [2]. Der
stellt manche Einzelstücke auch als Auktion in seinen
Ebay-Shop [3] und da lassen sich
wirklich sensationell günstige Schnäppchen machen,
wie eben beispielsweise mein T400s für 1050 Euro
inklusive Versand. Ein kleines "Zusatzfeature" ist
dabei in meinem Fall das dänische Tastaturlayout. Das
heißt aber nicht viel: Die dänische
Tastenbeschriftung macht technisch überhaupt keinen
Unterschied. Und weil ich ohnehin blind tippe, merke
ich den optischen Unterschied nie.
Was das ThinkPad T400s so besonders macht und den
extrem hohen Preis rechtfertigt, wurde schon in vielen
Tests analysiert und das Preis-Leistungsverhältnis
stimmt nicht nur bei diesem günstigen Demopool-Preis
[4][5]: Das
T400s hat einen 14-Zoll-Bildschirm und wiegt trotzdem
nur 1,7kg. Zum Vergleich: Ein MacBook Pro mit 13 Zoll
bringt über 2kg auf die Waage. Außerdem ist auch
dieses Modell mit den typischen ThinkPad-Features
ausgestattet: Tastaturbeleuchtung,
Fingerabdrucklesegerät, TrackPoint (der rote "Knubbel"
in der Mitte der Tastatur, mit dem der Mauszeiger
bedient werden kann, ohne die Finger aus der
Tippposition zu nehmen) und natürlich das unheimlich
hochwertige und robuste Gehäuse.
Daneben finden wir im T400s ein entspiegeltes Display -
leider machen sich in modernen Laptops gerade die
spiegelnden und billigeren Brüder breit, mit denen man
neben den Bildschirminhalten immer auch sich selbst
bewundern darf. Dazu eine 2-Megapixel-Festfokus-Webcam
und ein Multitouchpad. Außerdem hat man das
Leichtgewicht mit DisplayPort- und eSATA-Anschluss
ausgestattet. Das absolute Highlight bleibt aber das
Solid State Drive (SSD) mit (leider nur) 128 GB: Damit
starten das Betriebssystem und alle installierten
Programme sensationell schnell. Für alle
Alltagsaufgaben von Surfen, Chatten und Emailschreiben
bis Musikhören und Texte schreiben ergibt sich damit
ein ungemeiner Gewinn an Komfort, diese Funktionen sind
nämlich quasi sofort nach dem Betätigen des
Einschaltknopfs verfügbar.
Mit dabei war ein Windows 7 Professional - allerdings
die 32bit-Version auf Englisch und Dänisch. Ein
deutsches Sprachpaket zu installieren ist zwar
überhaupt kein Problem [6], aber ohne
Unterstützung für 64bit schrumpft mein
Arbeitsspeicher softwareseitig auf 3 GB. Da wäre es
natürlich schwachsinnig, nicht umzusteigen. Und wohin
steigt man wohl als armer angehender Student? Zu
kostenlosen Linux-Systemen natürlich! Und das ist dank
der großartigen Linux-Kompatibilität von ThinkPads
überhaupt kein Problem. Weil mir aber das weit
verbreitete Ubuntu zu aufgeblasen war, fiel meine Wahl
auf Fedora. Wie das aussieht, könnt ihr mit einem
Klick auf das Artikelbild bewundern.
Achtung! Wer ein neues Betriebssystem auf seinem
ThinkPad installieren will, sollte vorher ein
Recovery-Medium erstellen, indem er im Arbeitsplatz auf
die Recovery-Partition doppelklickt. (Mit
Recovery-Medien kann man den Auslieferungszustand des
Laptops jederzeit uneingeschränkt
wiederherstellen.)
Abschließend kann ich nur noch mal betonen, was für
ein wunderbares Stück Technik ich hier erworben habe.
Ich habe zwar "nur" noch zwei Jahre und vier Monate
Garantie, aber das T400s macht nicht den Eindruck, als
würde es so leicht seinen Geist aufgeben. Und Linux
ist einfach "swift, simple and sexy" - endlich habe ich
das Gefühl, ich hätte meinen Computer hinreichend
unter Kontrolle.
Ich kann nur jedem, der ein Notebook kaufen will,
empfehlen, ein paar Groschen mehr zu investieren. Für
das "look and feel" eines ThinkPads lohnt sich das
allemal. Dabei sei allerdings zugegeben, dass man mit
einem ThinkPad keine Äpfel-Käufer beeindrucken kann:
Äußerlichkeiten und Oberflächlichkeiten sind manchen
Menschen eben immer noch wichtiger als die klassischen
inneren Werte. Doch ein Äpfel-Käufer ist immerhin
noch cleverer als jemand, der sich mit aufgeblasenen
Fenstern, die ganz verdächtig wie Äpfel aussehen,
zufrieden gibt.
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