Nach vier Tagen muss ich
langsam eingestehen, dass es mit der gemütlichen
Ferienzeit zu Ende ist: Seit Montag muss ich jeden
morgen um 6.45 Uhr aufstehen und nachmittags liegen die
gewöhnlichen Termine wie Klavier-Unterricht und
Schwimmtraining an.
Eine Sache ist am Alltag allerdings neu: Statt Schule
absolviere ich zwei Wochen lang ein Betriebspraktikum
bei der EDAG. So muss ich jeden Morgen zwischen 8 und 9
Uhr am Arbeitsplatz erscheinen und darf nach getaner
Arbeit zwischen 15 und 16 Uhr nachmittags wieder
verschwinden.
Ich arbeite in einer Abteilung für Konstruktion. Hier
sitzen die Mitarbeiter fast nur am Computer und auch
die Aufgaben, die man mir anvertraut, drehen sich um
Excel-Tabellen und PowerPoint-Präsentationen. Die
sieben Stunden Arbeit fallen so eher anstrengend und
langwierig aus, doch immerhin bekomme ich aus nächstes
Nähe mit, wie ein Job als Konstrukteur in etwa
aussehen kann.
Meiner Praktikumsbetreuerin erzählte ich ähnliches,
als sie mich heute ganz unverhofft mitten in der Arbeit
besuchte und mir unter anderem eröffnete, dass mir
noch drei Wochen für den Bericht bleiben.
Gestern bekam ich einen Brief von meiner Gemeinde. Man schrieb mir in rechtfertigendem - geradezu trotzigen - Ton, dass ich von Beginn meines 19. Lebensjahres an von der Bundeswehr eingezogen werden könnte und zu diesem Zwecke meine persönlichen Daten schon ab meinem 17. Geburtstag zur Erfassung an das Kreiswehrersatzamt gesendet werden könnten. Ich solle entsprechend die angefügten Angaben auf ihre Richtigkeit überprüfen und gegebenenfalls korrigieren - Zu Befehl, Herr "Dieses Schreiben wurde maschinell erstellt und bedarf deshalb keiner Unterschrift"!
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